Neustart für eine Entwicklung in Hüls statt Stillstand und Verfall

SPD-Fraktion fordert: Abkehr vom Bauvorhaben „Waldpark“ rund um das Jahnstadion. „Wir fallen nicht um, wir stehen in der Frage auf und reihen uns ein,“ stellt der SPD Fraktionsvorsitzende Wenzel die Position der SPD Fraktion heraus und berichtet über einen sehr langen Prozess des Beratens mit Initiativen, Verbänden und vielen Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Erhalt der Bäume um das Jahnstadion.

Bild: Jürgen Metzendorf

Kaum ein anderes Thema spaltet die Stadtgesellschaft so sehr,“ resümiert der SPD Fraktionsvorsitzende Peter Wenzel, „wie das Bauvorhaben rund um das Jahn­sta­dion, für das vor 18 Jahren durch den damaligen Rat der Stadt Marl die Weichen gestellt wurden.“ Das Jahnstadion, die ehemalige Waldschule und der Baumbestand um das Jahnstadion würden zunehmend verfallen. Die bisher eingeleitete, geplante Entwicklung konnte in den letzten 7 Jahren durch den Vorhabenträger nicht realisiert werden. Eine Realisierung, prognostiziert die SPD Ratsfraktion, sei offensichtlich nicht in naher Zukunft zu erwarten.

Es würde Zeit, so die SPD Fraktion, anzuerkennen, dass eine alternative Entwicklung des Stadions, der ehemaligen Waldschule und des Jüttner Stadions, das als Ausweichfläche für die „Sly Dogs“ dienen sollte, nötig ist. Wichtig ist der SPD, dass bei der Neubewertung die Verwaltung alternative Nutzungsmöglichkeiten für das Jahnstadion entwickeln soll. Im Sinne eines Erholungsraumes sei ein Calisthenics Park und zusätzliche Veranstaltungsfläche gut vorstellbar, ohne bestehende Aktivitäten, wie z.B. die des Baseball-Club „Sly dogs“, einzuschränken. In diese Überlegungen einbezogen werden sollte der „Gänsebrink“, im Sinne einer natur- und klimagerechten Revitalisierung, ähnlich der Planung für den Volkspark in Alt-Marl. Hierfür soll die Teilnahme an Förderprogrammen von Bund und Land geprüft werden.

Bei allem sollte aus Sicht der SPD-Fraktion das Ziel neuer Szenarien und Planungen sein, möglichst alle gesunden Bäume zu erhal­ten.

Der vor 18 Jahren getroffene Beschluss, der damals nach bestem Wissen und Gewissen getroffen wurde, mit der Absicht, im Zuge des Sportstättenkonzeptes die komplette Aufgabe des Jahnstadions festzustellen, die Entwicklung von Folgenutzungen einzuleiten und die Ver­kehrs­­sicherheit herzustellen, sei mit den heutigen Erkenntnissen nicht mehr zeitgemäß und muss daher neu bewertet werden. Seitens der dama­ligen Verantwortlichen der Stadtverwaltung wären nach heutigem Kenntnisstand nicht hin­rei­chend zukunftsweisend mög­li­che Szenarien im Zuge der Aufgabe des Stadions aufgezeigt worden. Über die vielen Jahre hinweg wurde vielen bewusst, dass eine Wertigkeit bzw. Priorisierung der Argumente neu zu erfolgen hätte.

„Dieser Aufgabe stellen wir uns als SPD-Fraktion und laden alle Fraktionen dazu ein, die Zukunft der Bäume, des Stadions und der ehemaligen Waldschule neu zu bewerten und neu zu gestalten“ so Frak­tions­vorsitzender Peter Wenzel. Entspre­chend der internen Auseinandersetzung im Kreise der Rats­vertreter*innen sowie der Kommunal­politik ins­gesamt, befördert durch die Leidenschaft und gute Argu­men­te vieler engagierter Bürger*in­nen, hätte sich der Bedeutungszusammenhang verändert bzw. verla­gert.

Letztendlich würden heute im Rat mehrheitlich Ratsmitglieder der SPD entscheiden, die die damaligen Beschlüsse nicht herbeigeführt hätten und nach heutigen Maßstäben so nicht mehr treffen wür­den. Deshalb ist nach Auffassung der SPD-Fraktion der Zeitpunkt gekommen, die Abkehr von einem aus der Zeit gefallen Vorhaben zu beschließen. Ungeachtet der zu beklagenden – aber für diese neue Entscheidung hilfreiche Tatsache – deutlichen Inaktivität des Vorha­ben­trägers.

Nach wie vor hätte sich an der Grundaussage, dass eine Wohnbebauung, vor allem auch von bezahlbarem Wohnraum, in diesem und anderen Wohn­quar­­tie­ren erforderlich ist, nichts geändert. Die Erkenntnis für die Bedeutung und den Einsatz für die Bäu­me um das Jahnstadion, also speziell in diesem Wohnquartier, wuchs nach Empfinden der SPD allerdings in der breiten Stadtgesellschaft erst in den letzten Jahren.

Für die ehemalige Waldschule fordert die SPD-Fraktion die Prüfung, ob das Gebäude für den dringenden Raumbedarf in der nahe liegenden Ernst-Immel-Realschule nutzbar gemacht werden kann.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt sei die Pflege des Baumbestandes selbst, der offensichtlich aus anderen Grün­den in Gefahr zu sein scheint, vermutet die SPD-Fraktion. Aufgrund der erheblichen Unsicherheiten über das Ausmaß des Klima­wandels können waldbauliche Anpassungsmaßnahmen für den Baum­bestand erforderlich wer­den. Der Klima­wandel ist auch ein Anlass, die gängigen Formen der Wald­behandlung kritisch zu hinte­rfragen und einen engagierten Austausch zwischen Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen im Interesse des Baum­­­­­be­­stan­des, um das Jahnstadion, herbeizuführen. Entsprechende Empfehlungen sollten aus Sicht der SPD-Fraktion daher ebenfalls erarbeitet wer­den.

Zum Antrag: Antrag der SPD-Fraktion vom 21.07.2022