Klimaschutzmaßnahmen in der Bauleitplanung Baugebiet Jahnstadion

Die SPD-Fraktion und das Einzelratsmitglied von Die Linke stellten gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag an die Verwaltung der Stadt Marl um Klimaschutzmaßnahmen in der Bauleitplanung beim Baugebiet Jahnstadion mit einzubeziehen, da der Klimawandel erhöhte Anforderungen an alle Lebensbereiche stellt. Ziel ist es, Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz in ein Verhältnis zu bringen. Somit wurde der folgende gemeinsame Antrag gestellt:

Bild: Jürgen Metzendorf

Antrag vom 29.06.2021 an den Rat:

Vorbehaltlich des abzuwartenden Bürgerentscheides sowie der Fragestellung der Denkmalschutzfrage „Jahnstadion“ wird die Verwaltung beauftragt,

1.

in das laufende Bauleitplanverfahren Jahnstadion Maßnahmen für einen erhöhten Klimaschutz mit einzubeziehen.

– In dieses Maßnahmenkonzept sind u.a. Untersuchung der Verdichtung der Bebauung

– Vorschläge zur klimagerechten Bebauung der Baukörper

– Darstellung der Versiegelung der Flächen

– Konzeptionen zu den Präventionen von Starkregenereignisse

– Erstellen eines klimagerechten Konzeptes der Grün- und Wasserflächen im Plangebiet

– Exakte Bilanzierung des Baumbestandes sowie Darstellung der Ersatzpflanzungen

– Darstellung aller Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen

– CO2-Bilanzierung aller Eingriffe und Maßnahmen

– Erstellen eines Konzeptes zur klimagerechten Energieversorgung im Plangebiet

– Untersuchung der stadtklimatischen Auswirkungen für das Baugebiet und den Stadtteil Hüls

zu untersuchen und zur Offenlage und zum Satzungsbeschluss darzustellen.

2.

zu prüfen, inwieweit das Jahnstadion, im Falle eines Bürgerentscheides bzw. bei Erhalt des         Jahnstadions als Denkmal zukünftig anderen Nutzungen, z.B. als Veranstaltungsort für Sport, Musik und bürgerschaftliche Veranstaltungen, ertüchtig und genutzt werden könnte.

Begründung: 

Der Klimawandel stellt erhöhte Anforderungen an alle Lebensbereiche. Um die definierten Ziele des Pariser Abkommens sowie des Klimaschutzgesetztes (2019) zu erreichen, sind auch im Bereich der Stadtplanung Maßnahmen erforderlich, die eine Klimagerechte Entwicklung möglich machen. Ziel ist es, Stadtentwicklung und Umwelt- und Klimaschutz in ein Verhältnis zu bringen, die sowohl eine notwendige städtebauliche Entwicklung erlauben, als auch den Bedarfen des Klimaschutzes gerecht werden. Hierzu bedarf es einer vertiefenden Betrachtung der klimatischen und umweltlichen Auswirkungen von Baugebieten. Bei der Betrachtung ist es notwendig, dass Eingriff und Ausgleich umfassend gegenübergestellt werden.

Hier geht`s zum Antrag: 2021_06_29_gem.Antrag_Baugebiet_Jahnstadion_

Der Rat beschloss bei 8 Gegenstimmen:
1.Die Verwaltung wird beauftragt, in einer Berichtsvorlage über folgende Punkte des laufenden Bauleitplanverfahrens Jahnstadion zu berichten:
-Untersuchung der Verdichtung der Bebauung
-Vorschläge zur klimagerechten Bebauung der Baukörper
-Darstellung der Versiegelung der Flächen
-Konzeptionen zu den Präventionen von Starkregenereignisse
-Erstellen eines klimagerechten Konzeptes der Grün-und Wasserflächen im Plangebiet
-Exakte Bilanzierung des Baumbestandes sowie Darstellung der Ersatzpflanzungen
-Darstellung aller Ausgleich-und Ersatzmaßnahmen-CO2-Bilanzierung aller Eingriffe und Maßnahmen
-Erstellen eines Konzeptes zur klimagerechten Energieversorgung im Plangebiet
-Untersuchung der stadtklimatischen Auswirkungen für das Baugebiet und den Stadtteil Hüls
2.Die Verwaltung wird beauftragt, eine erneute Anfrage an den LWL bezüglich der Denkmalschutzwürdigkeit der Tribüne zu stellen und bei positivem Bescheid zu prüfen inwieweit das Jahnstadion, im Falle eines Bürgerentscheides bzw. bei Erhalt des Jahnstadions als Denkmal zukünftig anderen Nutzungen, z.B. als Veranstaltungsort für Sport, Musik und bürgerschaftliche Veranstaltungen, ertüchtigt und genutzt werden könnte.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, das Bauprojekt Jahnstadion nach der Zustimmung des RVR mit Nachdruck voranzutreiben.