AsF: Auf Anerkennung muss Aufwertung folgen

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, Frauen sind in besonderem Maße gefordert, unverzichtbar und von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Der hohe Frauenanteil (75%, laut DIW) in den systemrelevanten Berufsgruppen insgesamt zeigt, dass vor allem Frauen die Basis für das Funktionieren unserer Gesellschaft darstellen. „Zu lange sind die Belange der Erzieher*innen, Reinigungskräfte, Verkäufer*innen und vielen weiteren systemrelevanten Berufsgruppen mit Füßen getreten worden. Auf warme Worte und Applaus müssten nun endlich Taten folgen“, so die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF), Sandra Wienströer-Gurski.

„In diesen Zeiten erreichen uns Pflegekräfte regelmäßig neue Hiobsbotschaften aus Bund und Land, wie zum Beispiel der aktuell zu Recht umstrittene Gesetzesvorstoß der NRW Landesregierung zur Zwangsrekrutierung von Pflegekräften. Die Ansätze sind halbherzig und völlig unausgegoren. Verfügungen und Gesetze gehen an der realen Situation in unserem Arbeitsalltag völlig vorbei“, so die AsF-Vorsitzende. Es sei Zeit, dass endlich mit den Betroffenen Lösungen gefunden werden und nicht länger über sie geurteilt wird. Daher begrüßt die AsF den Vorstoß der SPD Landtagsfraktion in NRW, den umstrittenen Gesetzesvorstoß der NRW Landesregierung zu stoppen und eine Anhörung von Expert*innen zu fordern.

Der auf Initiative von Bundesfinanzminister Scholz beschlossene steuerfreie Bonus von bis zu 1500 € ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, damit sich die Anerkennung des systemrelevanten Personals auch endlich in einer besseren Bezahlung ausdrückt. Aber eben nur ein erster Schritt. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag für die Pflegekräfte wäre zum Beispiel ein weiterer wichtiger Schritt, wie ihn Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und die SPD-Bundestagsfraktion aktuell gefordert haben. Dies ist ein Thema, für das sich der Marler Bundestagsabgeordnete Michael Groß bereits seit langem einsetzt. Statt hart erkämpfte Personaluntergrenzen und Standards in Sachen Schutzkleidung aufzuheben, ist es endlich an der Zeit, für gute Arbeitsbedingungen und eine bessere Vergütung zu sorgen, fordert die AsF Vorsitzende.

Mehr Tarifbindung ist zudem ein wichtiges Ziel, das auch im Bereich des Einzelhandels, wo aktuell viele Verkäuferinnen die wichtige Lebensmittelversorgung unter erschwerten Bedingungen sicherstellen, endlich umgesetzt werden muss. Der Markt wird auch das nicht von selbst regeln. Daran anschließen lässt sich direkt eine bessere Bezahlung der Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen. Hier sind die Tarifverhandlungen aktuell ausgesetzt. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass auch hier noch Luft nach oben ist.

Für die Sozialdemokratinnen steht fest: Sie werden auch nach der Überwindung der Pandemie die Forderungen nach einer gerechten Bezahlung von Berufen, die vor allem von Frauen ausgeübt werden, beharrlich vorbringen. Damit endlich auch eine nachhaltige Aufwertung und Wertschätzung realisiert wird. Dies ist überfällig, so die Vorsitzende.