Wichtige Impulse für Marl beim Sozialtalk

Im Festsaal der LWL-Klinik in Sinsen traf sich am vergangenen Samstag die SPD zum Sozialtalk unter dem Motto „Mein Marl. Zukunft. Sozial. Gestalten.“ und beschäftigte sich mit der Verbesserung der Situation benachteiligter Menschen in unserer Stadt. „Der Kurs stimmt“, stellte der Vorsitzende der SPD Marl, Brian Nickholz, mit Blick auf die Beschlüsse des SPD-Bundesvorstands zur Sozialstaatsreform im Rahmen seiner Begrüßung fest. „Der Bundesvorstand um Andrea Nahles hat mutige und richtungsweisende Beschlüsse gefasst“, befindet Nickholz und erinnert an den Appell, den die Marler Genoss*innen Ende 2018 an den Bundesvorstand gerichtet hatten.

Für die Marler Sozialdemokrat*innen kommen die inhaltlichen Weichenstellungen für eine Sozialstaatsreform der Bundespartei damit genau zur richtigen Zeit. Doch beim Sozialtalk der SPD Marl ging es insbesondere um die Herausforderungen vor Ort. Dazu kamen vor allem die Fachleute aus dem sozialen Bereich zu Wort. Zudem berichtete der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Groß aus Berlin und warb für die Petition der AWO, die eine Begrenzung des Eigenanteils bei den Pflegesätzen zum Ziel hat. Außerdem sprach er das Thema sozialer Arbeitsmarkt an. 100 neue Stellen, die tarifgerecht bezahlt werden, entstehen in Kürze in Marl, davon 30 allein bei der Stadtverwaltung. Ein guter Schritt, so Michael Groß.

Anschließend folgten die SPD-Mitglieder den Fachvorträgen zu den Themen.

Michael Wiese (Diakonisches Werk) machte in seinem Beitrag deutlich, dass der Wirtschaftsboom nicht dazu geführt habe, dass alle Menschen in guten Lebensverhältnissen leben und hob die Bedeutung der Schuldnerberatung hervor. Ohne eigenes Verschulden verarmt zu sein, das ist auch eine der Ursachen für das Problem der Wohnungslosigkeit, so Christel Grossek von der Wohnungslosenberatung der Caritas.

Die gestiegenen Kosten in der Pflege, die vor allem durch berechtigte Tariferhöhungen verursacht werden, führen ausschließlich, so Björn Przybysz vom AWO Seniorenzentrum, zur Belastung der dort Lebenden und deren Angehörigen. Die Gewinnung von Pflegefachkräften sei zudem eine wichtige Aufgabe für die Seniorenzentren.

Für den ASB Regionalverband Vest Recklinghausen stellte Geschäftsführerin Loraine Hofer die Forderungen und Ideen des Verbandes für eine bessere Integrationsarbeit vor. Sie bedauert, dass es zunehmend Tendenzen gibt, Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer Andersartigkeit zu diskriminieren. Außerdem warb Hofer für eine stärkere Unterstützung des Ehrenamtes.

Bürgermeister Werner Arndt berichtetet über das gut ausgebaute Netz sozialer Beratungs- und Dienststellen. Er bedankte sich bei allen Akteuren des sozialen Marl. „Gleichwohl bleibt viel zu tun in unserer Stadt“ – so Werner Arndt. Die Armut sei ausgeprägt, gerade bei Kindern und Jugendlichen, und habe viele Gesichter.

Neben den Vortragenden kamen weitere Gäste aus den Bereichen der sozialen Arbeit zum Sozialtalk. Unter anderem Rudi Westerkamp (DGB), die Sozialdezernentin der Stadt ,Frau Claudia Schwidrik-Grebe, die von Deniz Tekmen, dem Integrationsbeauftragten, begleitet wurde, Frau Haase (Alte Schmiede), Reint Jan Vos von der Verbraucherberatung und Sven Lütkenhaus als Geschäftsführer des Paritätischen.

Marianne Gerlach, die stellvertretende Vorsitzende der SPD Marl und Mitglied des Sozialausschusses  freute sich über die zahlreichen Gäste und bedankte sich bei den Vortragenden. „Wir werden uns mit Ihren Forderungen und Ideen intensiv und gewissenhaft auseinandersetzen“, versprach Marianne Gerlach in Richtung der Verbände.