AsF fragt: 100 Jahre Frauenwahlrecht, um Männer zu wählen?

„Die hart umkämpfte Durchsetzung des Frauenwahlrechts vor genau 100 Jahren ist ein Aufbruch für mehr Demokratie und Gleichberechtigung gewesen,“ erinnert Sandra Wienströer-Gurski an den damaligen Erfolg von und für Frauen. Die AsF erinnerte an die kämpferischen Frauen, die historisch an der Spitze dieser Bewegung standen, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach den grausamen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges am 17. November 1918 das gleiche, geheime Wahlrecht für Frauen beschlossen wurde. Am 19. Januar 1919 konnten die Frauen das erste Mal ihr aktives und passives Wahlrecht nutzen.

Anlässlich des hundertjährigen Jahrestages mahnt die AsF Marl und formuliert ihren fortwährenden Anspruch neu, dass Frauen in Marl mehr Einfluss nehmen müssen.
„Es ist nach wie vor für mich ein Greuel und zeugt von männlicher Ignoranz“, so die Vorsitzende der Marler AsF, Sandra Wienströer-Gurski, „wenn im Stadtrat Marl vier Fraktionen ohne jegliche Beteiligung einer einzigen Frau vertreten sind, inklusive Bündnis90/DieGrünen.“ „Letztendlich sind dies Fraktionen mit den Stimmen von Frauen, ohne Frauen selbst an der Ausübung zu beteiligen,“ ärgert sich die Ratsfrau Bettina Hartmann. Nach Meinung der AsF Marl würden sich die streitbaren und mutigen Frauen und Männer, die für das vor hundert Jahren erlangte Wahlrecht eingetreten sind, sicher im Grabe umdrehen.

Für die AsF in Marl sei das Frauenwahlrecht, so die stellvertretende Vorsitzende Michelle Doctor, eine Errungenschaft, deren historischer Verdienst in erster Linie nicht vergessen werden darf. Deshalb steht die AsF Marl für alle SPD-Ortsvereine zu diesem Thema für Diskussionsrunden zur Verfügung. „Wahlrecht ist Menschenrecht,“ betont Sandra Wienströer-Gurski und stellt die Verantwortung und Verpflichtung von Frauen heraus, nicht nur das Wahlrecht anzunehmen, sondern sich auch zur Wahl zu stellen. „Selbst, wenn bei uns in der SPD in Fragen zur Gleichstellung noch viel Luft nach oben ist,“ ermuntert Hartmann, „so möchten wir grundsätzlich darüber hinaus alle Frauen – auch anderer Parteien – ermutigen, sich stärker einzubringen.“ Für Michelle Doctor ist klar: „Wir wollen und müssen hierfür eine Plattform bieten oder überparteilich schaffen.“

„Die Zeit ist reif, erneut zu streiten,“ meint Sandra Wienströer-Gurski „für mehr Frauen in der Politik und für mehr Gleichstellung in den kommunalen Gremien. Nicht warten, anfangen und erst recht bei uns vor der eigenen Tür, und zwar in Marl.“