Michael Groß und Peter Wenzel zur Folgenutzung der Halde Brinkfortsheide

Mit dem Auslaufen des Steinkohlenbergbaus ergibt sich im gesamten Ruhrgebiet zwangsläufig die Frage nach der Folgenutzung von Halden. Mit der Halde „Brinkfortsheide“ liegt auf Marler Gebiet eine der wenigen nicht zu Ende geschütteten Halden, über deren weitere Nutzung – nach Aussage des RVR – noch nicht entschieden ist.

Aus der Überlegung des RVR, diese Halde möglicherweise als Deponiestandort für mineralische Abfälle wie zum Beispiel Böden und Bauschutt der Deponieklasse I weiter zu nutzen, folgt unsere dringende Forderung, vor einer Entscheidung für uns gewichtige Aspekte zu klären und den Bürger/innen unserer Stadt darzulegen. In diesem Zusammenhang kritisieren wir deutlich das nicht akzeptable Vorgehen der örtlichen Verantwortlichen von Bündnis 90/ Die Grünen. Leichtfertig die Bürger/innen unter Verzicht eines im Ansatz belastbaren Beleges mit der Meldung „Giftmülldeponie“ in Aufruhr zu versetzen, entspricht nach unserem Verständnis nicht kommunalpolitisch verantwortlichem Handeln und ist eher ein ausdrücklicher Beitrag zur eigenen Unglaubwürdigkeit.

Wenngleich die gesamtgesellschaftlichen Vorteile einer weiteren Nutzung von Halden für Deponien formuliert werden, so ist die bereits vorhandene und dringend zu ertüchtigende Infrastruktur für Marl, insbesondere die Verkehrsinfrastruktur, für den Deponiebetrieb eine gewichtige Frage. Allein die Verkehrsanbindung für „gate ruhr“ ist nicht abschließend geklärt. Hier ist die Frage nach einem weiteren Autobahnanschluss zwingend und schnellsten als Voraussetzung für weitere Überlegungen zu beantworten. Ebenso bedarf es der Projektierung – als Bestandteil einer weiteren geeigneten Infrastruktur – einer langfristig tragfähigen Gleis- bzw. Bahnanbindung.
Des Weiteren muss bereits jetzt schon im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für die spätere Nutzung der Halde die Finanzierung abgesichert werden, damit die Halde Brinkfortsheide nach Ende der Schüttung unter den Gesichtspunkten von Natur und Ökologie für die Gewinnung regenerativer Energien und für Freizeitaktivitäten vorgesehen werden kann.

Wir fordern RVR und RAG auf, unmittelbar Gespräche mit der Stadtverwaltung aufzunehmen sowie die kommunalpolitischen Gremien vor einer Entscheidung zu beteiligen, damit sich der Rat positionieren kann.