Sorge um Eichen an der Halterner Straße

„Hier an der Halterner Straße stehen mit die ältesten Bäume der Stadt“, erläutert Gernot Fischer, der ausgewiesene Baumexperte der Stadt Marl. Anlass eines Ortstermins war die Sorge des SPD-Ratsmitgliedes für Sinsen, Peter Wenzel, dass bei den aktuellen Straßenbauarbeiten an der Halterner Straße nicht ausreichend Sicherungsvorkehrungen für die alten Stieleichen, die dem Straßenabschnitt in Sinsen einen besonderen Charakter geben, getroffen werden.

„Wir wissen“, so der Leiter des Zentralen Betriebshofes der Stadt Marl, Michael Lauche, „dass Peter Wenzel jede einzelne Eiche wichtig ist, aber leider sind fünf davon bereits so stark geschädigt, dass sie ohnehin gefällt werden müssen. Diese Sicherheitsmaßnahme geschieht nun im Zuge der Straßenbaumaßnahme.“

Schließlich hätten die Eichen bereits 140 Jahre Lebenszeit auf dem Buckel und dies sei für einen Straßenbaum mit den ständigen Erschütterungen und Abgasbelastungen durch den Verkehr ein beachtliches Alter. Auch wenn man nicht den genauen Zeitpunkt vorhersehen könne, so sei zu befürchten, dass große Teile abbrechen und somit Menschen zu Schaden kommen können. Die bereits markierten Bäume sind von Pilz befallen und innen weitestgehend hohl, auch wenn man es von außen betrachtet kaum glauben mag. Aufwendige Bohrungen und Messungen mit einem „Resistographen“ haben dieses Ergebnis vorhergebracht. Peter Wenzel ist es aber wichtig, dass eine Ersatzpflanzung erfolgt. Dies soll wohl alsbald geschehen, bedarf aber noch einer fachlichen Planung eines Gesamtkonzeptes. Sicher werden es gemäß dem Baumexperten Fischer wohl keine Stieleichen mehr werden, eher Mohr- oder besser noch „Ungarische“ Eichen, die den klimatischen Verhältnissen entsprechen.

In der nächsten Woche werden die kranken Bäume von einer Fachfirma entfernt. Was die verbleibenden gesunden Eichen betrifft, so versichert Michael Lauche, dass sie bei den Straßenbauarbeiten keinen Schaden nehmen werden.

Bei der Begehung zeigte sich Peter Wenzel beeindruckt von dem sehr gut erhaltenen, freigelegten, historischen Pflaster – ein Zeugnis aus vergangenen Tagen. „Hier ist aktuell Geschichte erlebbar“, betont Peter Wenzel.