Barrierefreier Zugang zum Bahnsteig

„Wir müssen es selbst sehen“, waren sich die Mitglieder der SPD Fraktion und des Stadtverbandes der Marler SPD einig bei der Festlegung der Sommertermine und meinten damit den Beginn der Arbeiten am Bahnhof Sinsen.

„Mittlerweile kämpfen wir seit Jahrzehnten um einen Barriere freien Zugang zum Bahnsteig“, so der SPD Fraktionsvorsitzende Peter Wenzel für den nun ein Teil seiner kühnsten Träume wahr wird. Und dies auch wenn sich nun aus seiner Sicht wieder Besserwisser aus den Sträuchern melden, die kurz vor der Fertigstellung Alternativen diskutieren wollen. Dabei hätten sie alle Möglichkeiten gehabt, sich rechtzeitig in die Planungsprozesse einzubringen. Wer jetzt an andere Möglichkeiten denkt, müsse wissen, dass dann über Jahre in Sinsen nichts passieren wird.

„Unsere Bahnhöfe in Marl, “ so der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Jens Vogel „müssen eine Visitenkarte von Marl werden und ihre Bedeutung für die Wirtschaftsförderung darf dabei nicht unterschätzt werden.“

Lutz Schindler, zuständiger SPD Ortsvereinsvorsitzender, informierte die Fraktion vor Ort über seine Überlegungen zur Parkraumsituation unter Einbeziehung der zukünftig von der Bahn aufzugebenden Teile der Gleisanlagen und des Bahngelände. „Da bleiben wir dran, “ so Schindler an die Fraktion gerichtet „und wir fordern dabei eure Unterstützung ein!“

Peter Wenzel, über die vielen Jahre hinweg ein Kenner der Entwicklung des Bahnhofs in Sinsen erläuterte die Geschichte und berichtet von dem Schreiben, aus dem der genaue Termin der offiziellen Inbetriebnahme hervorgeht. Die „Königliche Betriebsinspektion Essen“ teilte mit diesem Schreiben vom 28.06.1904 dem „Amtmann zu Recklinghausen“ mit, dass zum 1.7.1904 der Betrieb auf das neue Empfangsgebäude übergeht. Zwar wurde bereits 1882 eine Haltestelle an einer anderen Stelle in Sinsen eingerichtet (Inbetriebnahme der Bahnstrecke Recklinghausen – Münster 1870), doch erst 1904 konnte nach der Fertigstellung der um die Jahrhundertwende begonnen Baumaßnahme die vollständige Inbetriebnahme erfolgen. Übrigens gehörte Sinsen da noch nicht zu Marl.

Aus der Zeit stammt auch eine „gefährliche“ und seit vielen Jahrzehnten ungenutzte Rampe zum Bahngleis, die der geübte Blick noch erkennen kann.

Die Fraktionsmitglieder freuen sich nun darauf, dass Rollstuhlfahrer sowie Gehbehinderte, aber auch kleine Kinder mit ihren Eltern, von der Benutzung des Bahnhofs Marl- Sinsen nicht mehr ausgeschlossen sein werden.

Der Baudezernent Wolfgang Seckler war als Fachmann geladen und erläuterte in allen Einzelheiten die Baumaßnahme und erklärte, dass zunächst nach Kampfmittelresten aus dem 2. Weltkrieg gesucht wird.