Viele Köpfe produzieren viele gute Ideen

„Was sind die großen Herausforderungen für die Marler Grund- und Förderschulen?“ Das wollte die Marler Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen und der SPD-Stadtverband in Erfahrung bringen und lud dazu am vergangenen Montag Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Elternvertreter in die insel ein. Die Palette der angesprochenen Themen war sehr vielfältig, betraf viele verschiedenste schulische Belange.

Nach den Sommerferien beginnt die Overbergschule als bisher erste in Marl mit einer Ganztagsklasse. Wird dies Modell für andere Grundschulen? Die anwesenden Politikerinnen und Politiker mit Axel Großer als Vorsitzenden des Schulausschusses und Jens Vogel als stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden sagten ihre Unterstützung zu: „Mit dem gebundenen Ganztag stehen zusätzliche Zeiten für die Kinder zur Verfügung, die für Lernprozesse und die soziale Entwicklung genutzt werden können. Dies geht aber nur, wenn auch das Land die Schulen entsprechend ausstattet. Die Konzepte entwickeln die Schulen selbst.“

Intensiv besprochen wurde auch das Thema „Inklusion“. Schulen pflegen dabei die Kultur des Behaltens. Niemand wird ausgegrenzt. Kinder lernen zusammen – ob mit oder ohne Handicaps. In Marl leistet das Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung dabei Unterstützung für die Regelschulen. Die Grundschulen bejahen die Inklusion, fordern dazu aber auch gesicherte und ausreichende Personalressourcen. Dr. Barbara Duka, Beigeordnete für Schulfragen, sagte ihre Unterstützung zu und schlug eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht vor, um passende Strukturen selbst entwickeln zu können.

Wie können die Marler Grundschulen ihre gute Arbeit sichern und weiterentwickeln? Damit wurde die Frage nach der sinnvollen Schulgröße gestellt. Mehrere Schulleiterinnen sprachen sich für mindestens zweizügige Grundschulen aus, um genügend Lehrpersonal zur Verfügung zu haben. „Viele Köpfe produzieren viele gute Ideen“. Wo dies ist nicht möglich ist, könnten die Bedingungen über einen Schulverbund aus zwei Schulen geschaffen werden.

Die schulpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Ingrid Heinen, war angenehm überrascht vom großen Interesse der Schulleitungen an dem Gedankenaustausch und nahm die spontanen Einladungen der Schulen zu einem weiteren Dialog sehr gerne an.