Multikulturell und parteiübergreifend

Fast 50 interessierte Frauen lockte das politische Frauenfrühstück der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in die insel-Bibliothek. Ob christlich oder muslimisch, ob rot oder schwarz, keine wollte sich die traditionsreiche Veranstaltung entgehen lassen. “Wir Frauen schaffen Brückenschlag über Parteigrenzen hinweg“, freute sich AsF-Sprecherin Ingrid Heinen über das vielfältige Publikum.

Grußworte sprachen die SPD-Kandidaten Werner Arndt (Bürgermeister) und Cay Süberkrüb (Landrat). Beide lobten den vorbildlichen Einsatz der AsF für die Gleichberechtigung von Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft. Werner Arndt unterstrich das diesjährige Motto „Frauen sind mehr wert“. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Dieses Prinzip, forderte er, müsse auch in Deutschland uneingeschränkt gelten. Cay Süberkrüb ergänzte: „Wir müssen noch viel tun, damit das, was vor 90 Jahren mit dem Frauenwahlrecht begann, auch Wirklichkeit wird.“

Die SPD-Abgeordnete im Europäischen Parlament, Jutta Haug, berichtete von ihrem langjährigen Kampf für die Rechte von Frauen. Sie erinnerte daran, dass Frauen lange Zeit noch nicht einmal alleine über ihren Beruf entscheiden konnten. Ein wichtiger Schritt sei vor zehn Jahren der Amsterdamer Vertrag gewesen, der das Gebot der Gleichstellung beinhaltet. Doch auch noch heute sind Frauen benachteiligt, vor allem im Beruflichen. So betrage die Einkommensschere zwischen Mann und Frau EU-weit 15%. In Deutschland seien es sogar 23%, kritisierte die Europa-Abgeordnete. „Wir sind damit auf dem drittletzten Platz, 24 EU-Mitgliedsstaaten sind besser als wir.“

Nach einer Stärkung mit belegten Brötchen und frischer Rohkost lauschten die Besucherinnen Brigitte Wiers und Saduman Tanriverdi. Die beiden Autorinnen lasen aus ihren Büchern „Wer wohnt schon gerne in der Ziehtenstraße?“ und „Deutschland bittersüߓ.