„Applausstrecke“ Gräwenkolkstraße

„Den Anwohnern der Gräwenkolkstraße muss geholfen werden, “ stellt der SPD Fraktionsvorsitzende Michael Groß nach einer Ortsbesichtigung fest und beabsichtigt den Marler SPD Verkehrsfachmann Josef Heinen zu bitten, sich der Angelegenheit anzunehmen.“ Anlass des Termins in Sinsen war die Bitte des SPD Ratsmitgliedes Peter Wenzel sich vor Ort über die Situation zu informieren. Anwohnerinnen und Anwohner beklagen schon seit langer Zeit, dass die Gräwenkolkstraße eine Rennstrecke ist. Auch wenn die Straße offensichtlich keinen Unfallschwerpunkt darstellt, so sei die Lärmbelästigung insbesondere in der Nacht unzumutbar.

Zudem wollen die Sozialdemokraten auch nicht auf ein abzusehendes Unfallereignis warten. Denn auf dem Abschnitt würden „Vorführfahrten“ mit exzessiv hohen Ge-schwindigkeiten und „sportliche Fahrmanöver“ vorzugsweise in der Nacht dargeboten. Begünstigt wird der „Rennfahrertrieb“ in Sinsen durch den Umstand, dass bis heute nur ein Drittel der Strecke mit einem Mittelstreifen ausgestattet wurde. Mit der Zeit und nach einigen Straßeninstandsetzungen sei der nämlich verlorengegangen. Nun fährt man in der Mitte der Straße und manche wähnen sich in der Nacht auf dem „Nürburgring“, obwohl dort nur km/h 50 erlaubt sind.

„Man möchte meinen“, so Peter Wenzel, „hier wäre eine sogenannte Applausstrecke mit der damaligen Instandsetzung der Fahrbahn geschaffen worden!“ Nur sei den Anwohnerinnen und Anwohnern „auf der Tribüne“ nicht zum Applaus zumute.

„Derartige Geräuschbilder sind äußerst nachhaltig und können sehr belästigend wirken“, bewertet Groß den Sachverhalt, „ auch wenn der üblicherweise anzuwendende, über den Tag gemittelte Dauerschallpegel weit unter den Grenzwerten liegt. Im Bewusstsein der Betroffenen bleiben aber die störenden Einzelereignisse haften.“

Schließlich gelte auch auf der Gräwenkolkstraße § 1 Abs.2 StVO : „Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.“