Was verbirgt sich hinter der ARGE?

Arbeitsamt und Sozialamt im altbekannten Sinne gibt es nicht mehr. Aber was genau verbirgt sich hinter der Vestischen Arbeit, der ARGE? Detaillierte Informationen darüber erhielten die SPD-Fraktionsmitglieder bei ihrem Besuch von dem Marler Bezirksstellenleiter Ralf Paetz, dem stellvertretenden Geschäftsführer Heinrich Lange und der Abwesenheitsvertreterin des Bereichsleiters Markt und Integration Barbara Sanders.

Die Vestische Arbeit Kreis Recklinghausen ist eine Arbeitsgemeinschaft, die die Aufgaben nach dem Sozialgesetzbuch II wahrnimmt (ARGE) und deren Rechtsträger sowohl die Agentur für Arbeit als auch der Kreis sind. Sie ist zuständig dafür, dass die sogenannte Grundsicherung aus einer Hand kommt. Grundsicherung erhalten alle Hilfebedürftigen über 15 Jahre, die mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten können.
„Wir können für jeden Einzelnen was tun“, so Bezirksstellenleiter Ralf Paetz. „Die Ansprechpartner berücksichtigen die persönliche Situation für individuelle Förder- und Vermittlungsleistungen, damit der berufliche Einstieg gelingt.“ Allgemeine Statistiken helfen hier nicht weiter. Jeder Fall ist anders gelagert. Deshalb werden an die bearbeitenden Fallmanager auch hohe Anforderungen gestellt: Sie müssen sich im Sozialgesetzbuch II auskennen, dieses in Bescheide und geeignete Maßnahmen umsetzen, Beratungsfachkraft sein und mit Menschen umgehen können.

Vor allem für die Unter-25-Jährigen wird schon frühzeitig Hilfe angeboten, denn die Probleme entstehen meist nicht erst beim Einstieg in das Berufsleben. In Marl arbeitet seit Jahren ein sehr erfahrenes Team zusammen. Effektive Maßnahmen wie spezielle Projekte und ein funktionierendes Netzwerk aus Schulen, Ämtern, Vereinen, ARGEn und anderen Trägern mit Jugendarbeit sind die Grundlagen für eine erfolgreiche Arbeit.
Der insbesondere im Sozialbereich engagierte SPD-Bürgermeisterkandidat Werner Arndt begrüßte gezielte Maßnahmen für Jugendliche mit geringen schulischen oder beruflichen Qualifikationen wie das Projekt „Solarboot“ der werkstatt brassert. „Der Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf gestaltet sich insbesondere für leistungsschwächere Jugendliche zunehmend schwieriger. Ziel müsse es daher sein“ so Werner Arndt, „auch für diesen Personenkreis Lebensperspektiven zu entwickeln, so dass sie zukünftig möglichst ohne SGB II-Leistungen leben können.“