Ortstermin im Gewerbegebiet Lenkerbeck

Auto-Webo: Trotz guter Exporterfolge Betrieb in Gefahr. Wird der Umzug in den Gewerbepark Lenkerbeck gelingen?

Aus der Marler SPD kommt offenbar Unterstützung für die drei Unternehmen im Gewerbegebiet Lenkerbeck, die sich in der letzten Woche mit der Warnung, dass ihre betriebliche Existenz auf dem Spiel stehe, an die Öffentlichkeit gewandt hatten. Bei einem Ortstermin im Zerspanungsbetrieb Schubert hat sich eine Delegation der SPD mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Peter Wenzel auf Initiative des stellvertretenden OV-Vorsitzenden von Sinsen/Lenkerbeck, Lutz Schindler, die Lage erläutern lassen.

Im Kern geht es um eine neue Zufahrt für LKW von der rückwärtigen Seite der benachbarten Betriebsgrundstücke, von der Ottostraße aus, und um dringend benötigte Lagerflächen. „Ohne diese Flächen kommen wir nicht weiter“, erklärt Joachim Mittrach, Inhaber des Betriebs mit 23 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 1,8 Mill. €. Er ist z.B. Zulieferer für Schiffskupplungen für die Bremer Vulkan-Werft. Mittrach will erweitern und neue Mitarbeiter einstellen. Das Problem: die Flächen gehören der Stadt und ca. 30 ältere Eichen müssten gefällt werden. Des-halb wurde der Beschluss zum Verkauf des städtischen Grundstücks an die Firma Schubert im letzten Grünflächenausschuss zunächst von der Tagesordnung genommen.

„Aber hier vor Ort bekommt man eine ganz andere Einsicht in die Dinge als auf dem Papier“, betonen Ratsherr Rüdiger Schwärztke und Otto Schübbe, beide Vertreter der SPD im Grünflächenausschuss der Stadt. Sie machen deutlich, dass Existenzinteressen hier entschieden Vorrang haben müssen.

Problematisch ist auch die Lage von Bernd Bolz, Chef von Auto Webo. Er kauft ausgediente Fahrzeuge im Paket von der Post, der Telekom etc. – zusammen mit vier Mitarbeitern gibt er ihnen eine Runderneuerung. Sie werden zu einem begehrten Exportartikel, vor allem in Frankreich, auch in Spanien. „Unlängst haben wir sogar nach Griechenland geliefert“, weiß Bolz zu berichten. 150 Fahrzeuge, 30 bereits aufgearbeitet, stehen auf dem Betriebsgelände an der Gräwenkolkstraße in Sinsen. Das Problem: der Pachtvertrag für das der Bahn gehörende Ge-lände ist gekündigt, wohin also? Seit Jahren gehören ihm im Gewerbegebiet Lenkerbeck Grundstück und eine Werkshalle – bislang totes Kapital. „Hier macht es Sinn zu investieren, ich kann zügig vier weitere Mitarbeiter einstellen, wenn ich eine Zufahrt von der Ottostraße und Stellfläche für die Fahrzeuge bekommen kann“.
„Hier wird Qualität ‚Made in Germany‘ produziert,“ resümiert der stellvertretende Vorsitzende des SPD Ortsvereins Sinsen/Lenkerbeck, Lutz Schindler, „aber wenn man sieht, unter welchen Bedingungen, dann müssen Stadt und Politik Lösungen möglich machen“.

„Wir kümmern uns“, positioniert sich der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Peter Wenzel: „Gewerbe muss im Gewerbepark möglich sein – zumal die Anwohner der Straße ‚Vor den Büschen‘ von Staus und Schwerlastverkehr entlastet würden. Zudem kann ich mir gut vorstellen, dass bei einer geschickten Anlage der Zufahrt die eine oder andere Eiche durchaus auch gerettet werden kann“.