Elternzeit und die Zeit danach

Der AsF-Vorstand und die Referenten beim politischen Frauenfrühstück der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen am Welt-Frauentag.

„Schön dich zu sehen“, begrüßten der Kinderchor der Pauluskirche, die „Gummibären-Bande“, und Leiterin Nicole Fecke die zahlreichen, überwiegend weiblichen Gäste beim politischen Frauenfrühstück. Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) am internationalen Frauentag zum Thema „Elternzeit und die Zeit danach“.

„Weltweit kämpfen Frauen gegen Unterdrückung und Diskriminierung gegenüber Frauen“, begann die AsF-Vorsitzende Gabi Hawig. „In Deutschland sind Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert, sie werden öfter arbeitslos und arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit oder befristeten Arbeitsverhältnissen. Dies alles führt zu einer schlechteren Altersvorsorge.“
Erziehung und Betreuung ist immer noch Frauensache. Arbeitende Mütter sind Rabenmütter, heißt es häufig. Dass sich die Zahl der erziehenden Väter seit Einführung des neuen Elternzeitgesetzes vervierfacht hat, wertet die Bundestagsabgeordnete Waltraud Lehn als ersten Schritt in die richtige Richtung. Sie fordert den Ausbau des Betreuungsangebots, auch für Kinder unter drei Jahren.

Ihrem Ärger über das neue Kinderbildungsgesetz in Nordrhein-Westfalen machte die Landtagsabgeordnete Margret Gottschlich (SPD) Luft. Das Gesetz gehe zu Lasten der Eltern und Kommunen. Es sei „der Einstieg in den Ausstieg der Bildung“, kritisierte Margret Gottschlich. Ihre Forderung auf Landesebene: Das letzte Kindergartenjahr solle verbindlich und kostenfrei sein.

Längere Betreuungszeiten sind gefragt. Dies bestätigte die Sozialdezernentin der Stadt Marl, Dr. Barbara Duka. Allerdings sei bemerkenswert, dass auch noch der 100. internationale Frauentag vom Thema Kinderbetreuung geprägt sei. Marls erstes betriebliches Kinderbetreuungsangebot Marlino stellte Marianne Malkowski, Betriebsrätin der Evonik Degussa GmbH, vor. 20 Jahre habe die Vorbereitung gedauert, doch heute könnte Marlino, untergebracht auf dem Gelände des ehemaligen Kindergartens „Glitzerfisch“, bis zu 50 Kinder von 7 bis 17 Uhr betreuen.