„Legale“ Drogen in der Diskussion

(v.l.) Klaus Jürgen Koch (Schulleiter ASG), Waltraud Lehn (SPD-MdB), Sabine Bätzing (SPD, Drogenbeauftragte der Bundesregierung), Karin Gutjahr (Schulleiterin GSG), Werner Arndt (SPD, Sozialausschussvorsitzender)

Bereits mit durchschnittlich etwa dreizehn Jahren beginnt der erste Konsum von Alkohol und Zigaretten. Grund genug, Aufklärung früh zu betreiben. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Waltraud Lehn lud deshalb die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, nach Marl ein, um mit Jugendlichen über das Thema „legale“ Drogen zu sprechen.

Nach der Begrüßung durch die Schulleiter des Doppelgymnasiums ASG/GSG, Karin Gutjahr und Klaus Jürgen Koch, referierte Sabine Bätzing vor den etwa 150 Schülern der Klassen acht bis zehn über ihren Aufgabenbereich und die Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung.

„Die Konsumenten legaler Drogen werden leider immer jünger“, resümierte Sabine Bätzing. „Wir müssen uns die Frage stellen: Warum fängt man bereits so früh damit an?“ Als mögliche Ursachen benannte sie die immerwährende Verfügbarkeit und den herrschenden Gruppenzwang. Aber auch Erwachsene, die ihre Vorbildfunktion nicht ernst genug nehmen und mangelnde Perspektiven zu Hause, in Schule und im Beruf seien für diese Entwicklung verantwortlich.

In der anschließenden Diskussion bemängelten die Schüler fehlende Freizeitangebote für Jugendliche. Die Drogenbeauftragte bestätigte, dass die Förderung von Vereinen, Jugendarbeit und -zentren wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen seien, forderte aber gleichzeitig stärkere Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. So warf sie die Frage auf, warum an Tankstellen unbedingt Alkohol erhältlich sein müsse. Bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von zehn Litern reinem Alkohol pro Jahr in Deutschland sollten auch die Erwachsenen verstärkt über ihr Konsumverhalten nachdenken und mehr Verantwortungsbewusstsein zeigen. Drogen könnten niemals Problemlöser sein.

Auf den Einwurf, dass doch nicht alle erreicht würden, verwies Sabine Bätzing auf entsprechende Modellprojekte der Bundesregierung und speziell abgestimmte Therapien für Kinder und Jugendliche. „Wir müssen denen, die gestolpert sind, beim wieder Aufstehen helfen.“ Die Drogenbeauftragte rief dazu auf, Betroffene anzusprechen, um die Hintergründe zu erfragen und ihnen Hilfe anzubieten.

Sehr zufrieden äußerte sich die Initiatorin der gelungenen Veranstaltung, Waltraud Lehn: „Die sogenannten „legalen“ Drogen sind mir ein besonderes Anliegen. Nicht nur, weil das Einstiegsalter erschreckend gering ist, sondern auch, weil sie häufig den Einstieg zu anderen Suchtmitteln darstellen.“