Nur noch Schwarz auf Weiß

„Nun muss mit der Hinhaltepolitik endlich Schluss sein“, fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Groß verärgert. Damit reagiert er auf die Verweigerung von Bürgermeisterin Uta Heinrich, den Kooperationsvertrag mit dem Türmchen-Freundeskreis zu unterzeichnen. Wieder einmal wird ein Ratsbeschluss durch die Verwaltungschefin blockiert. „Unsere Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit wird erneut belastet“, erklärt Michael Groß. „Es gibt keinen Grund, den Ratsbeschluss nicht umzusetzen.“

Das Türmchen, von Sparberater Rudolf Pezely öffentlich als „kulturelles Highlight“ in Marl herausgehoben, soll nach dem Mehrheitsbeschluss im Rat am Eduard-Weitsch-Weg erhalten bleiben. Der Freundeskreis möchte die Kinder- und Jugendbibliothek sogar um einen Lesegarten erweitern und wartet nur darauf, nach jahrelanger Planung endlich starten zu können. Dabei ist insbesondere ihr persönliches und finanzielles Engagement hervorzuheben, worauf unsere Stadt und Verwaltung stolz sein sollte. Warum plötzlich große Bedenken geäußert werden, ist insbesondere jetzt, nachdem die Kosten durch einen Vorschlag der SPD-Fraktion kompensiert werden konnten und der Haushalt genehmigt ist, mehr als unverständlich.

Auf Antrag der SPD-Fraktion soll der Bauturm leergezogen und verkauft werden. Die zu erwartenden Erlöse sollen zum Teil für das Türmchen verwendet werden. Wäre die Vertrauensbasis zwischen Bürgermeisterin und den ehrenamtlich Engagierten in den letzten Jahren gewachsen und belastbar, wäre sicherlich eine andere als eine vertragliche Zusammenarbeit möglich. Berechtigterweise vertrauen die Türmchenfreunde nur einem Vertrag und der in diesem Schwarz auf Weiß formulierten Perspektive und Finanzie-rungssicherheit.

„Und was“, fragt der Fraktionsvorsitzende Michael Groß weiter, „würde wohl mit dem Gebäude passieren, sollte die Kinderbibliothek Türmchen ausziehen?“