AsF will Jugendliche vor Drogen schützen

Die Teilnehmer am ASF-Themenabend „Drogenkonsum bei Jugendlichen“. Vorne im Bild die Gastgeberin und Vorsitzende der AsF, Gabi Hawig, die SPD-Bundestagsabgeordnete Waltraud Lehn und Norbert Pfänder, Leiter der Drogenberatung Westvest (v. l. n. r.).

Die Folgen von Drogenkonsum und Möglichkeiten der Vorbeugung waren die Themen eines Informationsabends, zu dem die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Marl interessierte Eltern in das insel-Café geladen hatte. Kompetenter Gesprächspartner war Norbert Pfänder, Leiter der Drogenberatung Westvest, die für die Städte Haltern, Dorsten, Gladbeck und Marl zuständig ist.

Etwa 2 Millionen vorwiegend junge Menschen konsumieren laut Drogenbericht 2006 regelmäßig Cannabis. Während Politiker eine Verschärfung des Jugendschutzgesetzes und stärkere Kontrollen fordern, wünschen sich Pädagogen und Jugendschützer mehr Aufklärung und Hilfestellung für Jugendliche und Eltern. Unter dem Motto “Besser vorbeugen als heilen“ gab der Drogenberater Tipps zur Prävention: „Machen Sie Ihre Kinder zu starken Persönlichkeiten und sorgen Sie für soziale Beziehungen beispielsweise durch Sport oder das Erlernen eines Instruments.“

Norbert Pfänder erklärte nicht nur die Wirkungsweise und das Gefahrenpotential von legalen und illegalen Drogen, sondern auch, wie man Konsum erkennt und sicherer mit Betroffenen umgeht: „Geraten Sie nicht in Panik, denn Panik ist der schlechteste Ratgeber. Machen Sie keine Vorwürfe, sondern schaffen Sie eine Vertrauensbasis, indem Sie Ihre eigenen Gefühle beschreiben.“

Bei Jugendlichen ist das größte Suchtproblem zur Zeit der Alkohol. Die Zahl der Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommen, ist innerhalb von 5 Jahren um 50% gestiegen. Davon ist die Hälfte jünger als 16 Jahre. Jedes vierte Kind unter 11 Jahren hat schon einmal Alkohol getrunken.

Ein Wunsch der Drogenberatung ist, die Abgabe von alkoholischen Getränken an Jugendliche in der Öffentlichkeit erst ab 18 Jahren zu erlauben. Kritisiert wurde in dem Zusammenhang mangelnde Kontrolle bei der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, vor allem an Kiosken und Tankstellen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Waltraud Lehn schlug vor, das erfolgreiche Modell anderer Städte, Mitarbeiter des Ordnungsamtes zur Beratungs- und Aufklärungsarbeit an Verkaufsstellen einzusetzen, auch in Marl einzufüh-ren. Die ASF greift diese Idee gerne auf.