SPD sorgt sich um Sicherheit in Marl

Wie wirkt sich die am 1. September in Kraft getretene Neuorganisation der Polizei auf Marl aus? Wie ist es um unsere Sicherheit bestellt? Um Antworten auf solch wichtige Fragen zu erhalten, lud die SPD-Fraktion zu ihrer Sitzung Vertreter der Polizei-Gewerkschaft GdP ein. Der Recklinghäuser Kreisgruppenvorsitzende Willi Puksic-Hower kritisiert fehlende Bürgernähe als eine Auswirkung der von der schwarzgelben Landesregierung angeordneten Umstrukturierung. Weil es in unserer Stadt kein Regionalkommisariat für leichte und mittlere Fälle mehr gibt, werden Anzeigen jedweder Art zwar noch auf der Wache in Marl aufgenommen, dort aber nicht mehr bearbeitet.

So muss man nun z.B. für eine Zeugenaussage über Straftaten nach Dorsten fahren, für Verkehrsunfälle ist Gladbeck zuständig. „Diese weiten Wege sind für unsere Bürger inakzeptabel“, kommentiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Groß verärgert. „Es besteht die Gefahr, dass die Bürger nicht nur das Interesse, sondern auch ihre Bereitschaft verlieren, als Zeugen aufzutreten.
Laut Willi Puksic-Hower zieht sich die Polizei weiter „aus der Fläche“ zurück. Konkret heißt dies, dass z.B. die Kriminalbeamten nicht mehr so häufig vor Ort sein können, weil sie für größere Bereiche zuständig sind. Die im Laufe der Jahre erworbenen Kenntnisse über einzelne Stadtteile, vorhandene Gefahrenpotentiale und die dort lebenden Menschen gehen verloren. Vorbeugende Maßnahmen werden zunehmend von der Landes-regierung heruntergefahren. Jetzt setze man wieder auf repressive Maßnahmen wie z.B. auf die Erhöhung der Verwarnungsgelder und Bußgeldanzeigen. Der Kreisgruppenvorsitzende ist überzeugt, dass sich die Behauptung der Behörden, es sei mehr Personal auf der Straße, nicht bewahrheiten wird. „Es ist eine Mogelpackung, denn trotz des Anstiegs von Kriminalität und Verkehrsunfällen hält der Personalabbau, der Ausverkauf der inneren Sicherheit, weiter an.“

„Völlig unverständlich ist, dass sich unsere Bürgermeisterin scheinbar nicht um den Vorgang gekümmert hat. Gegen solch gravierende Veränderungen muss doch protestiert werden“, wundert sich Michael Groß. „Für die SPD ist die Nähe zwischen Bürgern und der Polizei ein wichtiger Grundbaustein für das Sicherheitsgefühl und für eine Stadt mit Lebensqualität“.