SPD eröffnet neue Perspektive für Langzeitarbeitslose

Gleich mehrere neue Arbeitsplätze für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose könnten in Marl entstehen, wenn Rat und Verwaltung dem Antrag der SPD-Fraktion folgen. Nutzen will die SPD dazu das erst im Juli verabschiedete neue Instrument der Arbeitsmarktpolitik, das Programm „JobPerspektive“. Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss von 75%, wenn sie einen arbeitsmarktfernen Arbeitslosengeld II-Bezieher ohne realistische Chance auf dem offenen Arbeitsmarkt einstellen.

„Wir wollen den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in unserer Stadt eine Perspektive eröffnen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und aus dem Teufelskreis der Arbeitslosigkeit auszubrechen“, begründet der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Groß den Antrag. „In Marl gibt es zu viele Menschen ohne Arbeit, aber nicht genügend Stellen um alles Notwendige für unsere Bürgerinnen und Bürger zu tun.“

Durch das Programm werden Tätigkeiten bezuschusst, die zusätzlich und im öffentlichen Interesse sind, ohne dass die Wirtschaft als Folge der Förderung beeinträchtigt wird. Mögliche Einsatzgebiete wären laut dem Fraktionsvorsitzenden Stadtpflege sowie die Bereiche Familie, Jugend und Soziales. Gebiete, in denen wichtige Aufgaben derzeit nicht erledigt werden können.

„Es ist uns wichtig, dass es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung handelt, die tarif- oder ortsüblich entlohnt wird“, konkretisiert Michael Groß. Wie bereits der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, vorrechnete, lohnt sich eine geförderte Beschäftigung bereits dadurch, dass Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.
Die Zielgruppe der „JobPerspektive“ sind arbeitsmarktferne Bezieher von Arbeitslosengeld II, deren persönliches und berufliches Profil so weit von den nachgefragten Anforderungen der Arbeitsgeber abweicht, dass sie bisher nicht gefördert werden konnten. Konkret geht es um Personen mit besonderen Vermittlungshemmnissen, die bereits 12 Monate oder länger arbeitslos sind und nach realistischer Einschätzung innerhalb der nächsten 24 Monate keine Chance auf eine reguläre Beschäftigung haben.