Kunst will eine Botschaft überbringen

Zum Abschluss der Sommer(fr)aktion besuchte die SPD-Fraktion das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. „80 Kunstwerke umfasst das Museum im Außenbereich um das Rathaus, im gesamten Stadtgebiet sind es sogar 140“, erklärte Kunsthistoriker und Museumsleiter, Dr. Uwe Rüth, der die SPD-Mitglieder persönlich führte.
Für die Jubiläumsausstellung „25 Jahre – 25 Werke“ wurde je ein in dem entsprechenden Jahr angeschafftes, künstlerisch besonders wertvolles Werk ausgewählt. „Dabei mussten wir uns natürlich auf Kunstwerke aus dem Innenbereich beschränken“, so der Kunsthistoriker.

Erste Station war „The charmed circle“ (der Zauberkreis) von Alice Aycock, eine Installation, die die amerikanische Künstlerin 1982 dem Skulpturenmuseum schenkte. Weitere Skulpturen namhafter Künstler wurden vom Museumsleiter erläutert. Das Kunstwerk „TV“ von Günther Uecker sei 1990 für 50.000 DM angeschafft worden, sein heutiger Marktwert würde etwa 250.000 bis 300.000 Euro betragen. „TV“, ein benagelter Fernseher aus dem Jahr 1963 verdeutlicht die Skepsis gegen die damals noch neue Technik. Das Kunstobjekt, das unter anderem als Provokation gedacht war, löste auch unter den Teilnehmern eine Diskussion aus.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Groß brachte es auf den Punkt: „Diese Kunst ist nicht jedem sofort zugänglich.“ „Um Kunst zu verstehen, muss man sich Informationen dazu verschaffen“, so der Museumsleiter. „Kunst will eine Botschaft überbringen. Um sie zu begreifen, muss die Geschichte zum Kunstwerk bekannt sein.“
Eine lebhafte Diskussion unter den SPD-Mitgliedern begann. Viele Fragen wurden gestellt: „Wie funktioniert die Ausleihe von Ausstellungsstücken?“ und „Was unterscheidet Kunst und Handwerk?“. Mit einem Schmunzeln beantwortete Dr. Rüth die Frage nach der Pflege von Kunstobjekten: „Das Reinigungspersonal besitzt jahrelange Erfahrung. Alles, was nicht offensichtlich nach Schmutz aussieht, wird liegen gelassen. Man denke nur an Josef Beuys, dessen Kunstwerk mit der Badewanne von Putzfrauen gereinigt und damit zerstört wurde.“

Zum Abschluss erhielten die SPD-Mitglieder eine Einladung zur Finissage am 2. September 2007. Der Fraktionsvorsitzende Michael Groß dankte dem Museumsleiter für die interessanten Ausführungen und für die engagierte Arbeit in den vergangenen 25 Jahren. Der Museumsleiter verabschiedete die Politiker mit dem Wunsch, dass Marl auch in Zukunft eine Stadt der Arbeit, der Kultur und der Bildung bleiben solle.