Stadt hat kein Herz für drängende Bedürfnisse

Das neue Kunden-Center als Vorzeigeprojekt der Vestischen Straßenbahnen GmbH nimmt immer mehr Formen an, aber aus Sicht der Kunden und der SPD Marl wird es unvollständig bleiben. Denn trotz neuem Kunden-Center soll es – wie bereits berichtet – weiterhin keine öffentliche Toilette am Marler Busbahnhof geben.

„Die SPD hat sich vehement für die Errichtung einer Toilette eingesetzt“, so der SPD Fraktionsvorsitzende Michael Groß, „in der Hoffnung noch retten zu können, was zu retten ist!“ Nunmehr laufen die Bauarbeiten und die Ergänzung der Baumaßnahme um eine Toilette ist weiterhin nicht in Sicht. Deshalb hat die SPD Harald Nübel als Aufsichtsratsmitglied der Vestischen mit der dringenden Bitte um Unterstützung angesprochen. Umgehend hat dieser für die Genossen ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der Vestischen Straßenbahnen, Martin Schmidt, vermittelt.

Was die Genossen dort hören durften, wird von Ihnen als „ungeheuerlich“ bezeichnet. Denn Mitte des letzten Jahres hätte bereits die Vestische der Stadt den Vorschlag unterbereitet, eine öffentliche Toilette zu integrieren. Für Schmidt sei klar, dass die Vestische zwar nicht für die Errichtung von öffentlichen Toiletten zuständig sei, aber mit dieser gewünschten gemeinsamen Maßnahme hätte man die Kosten für die Stadt halbieren können. Aus Sicht der Genossen hätten zudem Förderprogramme zusätzlich die Summe wesentlich minimiert. „So etwas muss nur jemand bei der Stadt wollen und in die Hand nehmen“, betont Harald Nübel, „auf Problemlösungen zu warten, die sich selbst bearbeiten, wird nicht reichen.“

„Unglaublich ist, wenn wir von Schmidt hören müssen, “ ärgert sich Groß „dass der Vorschlag bereits im letzten Jahr mangels Interesse von der Stadt abgewinkt und auf die öffentliche Toilette im Stern verwiesen wurde! In der letzten Ratssitzung habe ich nochmals unseren dringenden Wunsch angesprochen und nach heutigen Erkenntnissen keine ehrliche Antwort von der Bürgermeisterin erhalten.“ Schmidt soll diese Gespräche mit der Stadt mit Protokollen aus dem letzten Jahr belegen können. Eine weitere Resonanz seitens der Stadt soll es nicht gegeben haben.

„Für mich grenzt das an Menschenverachtung, “ formuliert Wenzel harsche Töne zu dem Vorschlag die Menschen aus den Bussen über hundert Meter zur Toilette in den Stern zu dirigieren, „jeder sollte aus eigener Anschauung nachempfinden können, wie eilig es werden kann, wenn es fast schon zu spät ist. Für einen Fahrgast der zusätzlich ortsfremd ist, muss die Situation sprichwörtlich in die Hose gehen!“ Niemand würde auf die Idee kommen, der Bürgermeisterin z.B. beim Ausfall der Toiletten im Rathaus dauerhaft die öffentlichen Toiletten im Stern anzubieten.

„Es wäre noch was zu machen“, sieht Nübel eine letzte Chance, „die Vestische ist noch offen und die Baumaßnahme könnte ergänzt werden. Schnelles Handeln ist nun unabdingbar!“ „Allein durch eine frühzeitige Zusammenarbeit der Stadt mit der Vestischen bei der Beantragung einer Wasser- und Abwasserleitung“, weiß Nübel zu berichten, „wäre schon aufgrund von günstigeren Tarifen für Kommunen bei Gelsenwasser der Wasseranschluss wesentlich kostengünstiger zu realisieren gewesen.“

„Wir fordern“, so Groß, „dass die Bürgermeisterin sich endlich kümmert und zumindest erreicht, dass die erforderlichen Wasser und Abwasseranschlüsse bei der derzeitigen Baumaßnahme für eine baldmöglichste Erweiterung vorbereitet werden!“ Die Bürgerinnen und Bürger die sich mit Unterschriftenlisten für eine öffentliche Toilette einsetzen, werden nach Ansicht der SPD offensichtlich von den Verantwortlichen auf den Arm genommen! „Dass lassen wir nicht zu“, verspricht Groß.