Bürgermeisterin lässt hoffnungsvolles Projekt sterben

„Seit Jahren suchen wir nach Wegen und Möglichkeiten, die bauliche Situation am Bahnhof Marl – Sinsen familien- und behindertengerecht zu gestalten,“ ärgern sich der Stadtverbandsvorsitzende Peter Wenzel und der SPD Fraktionsvorsitzende Michael Groß, „und dann wird eine durch die SPD Bundestagsabgeordnete Waltraud Lehn eröffnete Chance durch die Bürgermeisterin verweigert.“

Der SPD Ortverein Sinsen–Lenkerbeck setzt sich bekanntermaßen für die Verbesserung des Zuganges zum Bahnsteig ein. Eine besonders steile Treppe und somit ein fast unüberwindbares Hindernis für Familien mit Kinderwagen oder gehbeeinträchtigte Seniorinnen und Senioren fordert das Handeln der Politik, weil die Bahn AG bisher selbst kaum Realisierungsmöglichkeiten für einen Aufzug sah.

Auf bitten der Marler SPD hatte sich Waltraud Lehn in Eigenschaft als Bundestagsabgeordnete der Region persönlich und intensiv für einen mobilitätsgerechten Umbau des Bahnhofes engagiert. „Waltraud Lehn ist es gelungen,“ so Michael Groß, „die Bahn AG davon zu überzeugen, am Bahnhof Sinsen endlich zu investieren!“ Doch leider tat sich wie so oft eine Finanzierungslücke von 150.000 € einmalig auf, die die Stadt offensichtlich nicht selbst tragen konnte. „Deshalb habe ich versucht,“ so Lehn ,“durch Mittel aus einem Sonderfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Lücke zu schließen!“ Das Ministerium soll sich dabei sehr kooperativ gezeigt haben. Gegenüber den zuständigen Mitarbeitern der Stadt wurden bestehende Probleme bei der Projektfinanzierung genannt und auf Lösungswege hingewiesen, nämlich zu einem konkreten Projektdesign, für den Berufseinstieg bzw. die Reintegration von behinderten und Ihnen gleichgestellten Menschen.
Gemeint sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach z.B. schwerem Herzinfarkt, die nur stundenweise arbeiten können, Menschen mit zeitweisen Depressionen z.B. bei Rheumaschüben, die nach Abschluss einer mindestens 6monatigen Maßnahme einer Arbeitserprobung und in Zusammenarbeit mit Berufstrainingszentren, z.B. Begleitdienst von Münster bis Essen, Aufzugsdienst in Marl Sinsen oder gegebenenfalls Einzelfallhilfen von Haustür zu Haustür oder Arbeitsplatz hätten durchführen können. Die Projektdauer wäre 3 – 5 Jahre gewesen und würde gleichzeitig den Aufzug realisieren helfen.

„Nun hat die Bürgermeisterin,“ so Groß, „selbstherrlich und einseitig wie immer, dieses Projekt gegenüber dem Ministerium abgesagt, ohne nur im Ansatz die zuständigen Ausschüsse zu beteiligen.“ „Ich frage mich ohnehin,“ ärgert sich Groß, „wer überhaupt in der Bauverwaltung die Kompetenz aufweist, dieses Projekt abschließend zu bewerten!“

„Jahrelang bemüht man sich mühsam um Unterstützer in Berlin, Düsseldorf und bei der Bahn AG selbst,“ verzweifelt der Parteivorsitzende Wenzel, „und so kurz vor dem Ziel grätscht die Bürgermeisterin dazwischen und zerstört jegliche Initiative.“