Bürgermeisterin verheimlicht sich selbst die Wahrheit

Journalistisch ungewöhnlich ist, dass der telefonische Bericht der Bürgermeisterin über ein Gespräch mit dem Regierungspräsidenten, ohne diesen selbst um eine Meinungsäußerung zu bemühen, als sichere Aussage von der MZ dargestellt wird. Das Ergebnis der Berichterstattung ist somit schon keine Zeitungsente mehr, sondern nähert sich ei-nem Märchen!

Wenn oftmals unserseits zumindest im Ansatz der Verdacht bestand, die Bürgermeisterin sage wissentlich die Unwahrheit, so müssen wir nun angesichts der belegbaren Verzerrung der Wirklichkeit annehmen, die Bürgermeisterin verheimlicht sich selbst gegenüber die Wahrheit, nämlich:

1. In erster Linie wird kein Berater von Dritten bestellt werden, sondern mit eigenem Beschluss oder Vereinbarung soll der Rat sich selbst und der Verwaltung einen Berater bestellen und ihm eigenständig Kompetenzen zuweisen.

2. Die Aussage, der Haushaltsentwurf der CDU und SPD sei nicht genehmigungsfähig, kann der RP schlicht nicht getroffen haben. Wir haben bei unseren Gesprächen vielmehr Kenntnis davon nehmen müssen, dass den Aufsichtsbehörden überhaupt kein Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung vorliegt, der die Beschlüsse von SPD und CDU bzw. des Rates beinhaltet. Eine Prüfung hat somit nicht stattgefunden.

3. Die Bürgermeisterin selbst hat nach Meinung von Fachleuten der Aufsichtsbehörden und offensichtlich auch des Innenministeriums die Kämmerei der Stadt Marl wissentlich personell derart amputiert, dass auch wenn alle wollten, nicht die erforderlichen Ergebnisse zeitnah erzielt werden könnten.

Die Unwahrheiten liegen oft nicht in dem, was man sagt, sondern in dem, was man nicht sagt. Aber wir vertrauen darauf, dass am Ende immer die Wahrheit siegt. Doch leider sind wir offenbar erst am Anfang.