Ängste der Mitarbeiter sind ernst zu nehmen

Peter Wenzel

In einem per e-Mail versandten Brief an die Bürgermeisterin Uta Heinrich schreibt Peter Wenzel:

"Mit großer Sorge, aber auch mit nicht unerheblicher Betroffenheit, muss ich sich mehrende Mitteilungen zur Kenntnis nehmen, dass Sie im Rahmen rathausinterner politischer Gesprächsrunden Ihren persönlichen und in der Wortwahl sehr drastischen Standpunkt im Hinblick auf die Paracelsus – Klinik äußern.

So sollen Sie wiederholt sagen, „die Klinik ist als städtische Einrichtung tot“! Ich erspare mir weitere despektierliche Zitate Ihrerseits anzufügen.

Die Mitarbeiter/innen der Paracelsus – Klinik befinden sich derzeit in einem schmerzhaften Prozess der Konsolidierung. Dabei nehmen viele Beschäftigte persönliche Nachteile und einschneidende Verhandlungen innerhalb der Klinik, die bis an die Grenze der Belastbarkeit reichen, zur Zielerreichung hin. Mit Ziel ist hier selbstverständlich der Erhalt der Klinik sowie die damit verbundene Vielzahl von Arbeitsplätzen gemeint.

Können Sie mir einen Grund für die Mitarbeiter/innen benennen, diesen belastenden Weg zu beschreiten, wenn gleichzeitig die oberste Dienstherrin die Klinik „für tot“ erklärt!?

Wollen Sie sich vorstellen, welche Auswirkungen dergleichen zitierbare Äußerungen auf die psychische Verfasstheit der Betroffenen hat?

Darf ich annehmen, dass die bewusste Streuung der Haltung der Bürgermeisterin dem Ziel geschuldet ist, die Patientenzahl zu minimieren, um einen entsprechenden Beschluss des Rates als unausweichliche Folge zu provozieren?

Ich bitte Sie im Namen meiner Partei ausdrücklich, die Sorgen und Nöte der Ängste von Beschäftigten ernst zu nehmen und nicht aus möglichen taktischen Erwägungen heraus ein Klima der Angst zu schaffen."