Neujahrsbrief

Peter Wenzel

Liebe Genossinnen und Genossen,

hinter uns liegt ein kommunalpolitisch turbulentes, am Ende aber aussichtsreiches Jahr: ein Zeitpunkt nicht nur zurückzublicken, sondern auch einmal allen ehrenamtlich tätigen Mandatsträgern und allen Mitgliedern der SPD Marl zu danken. Dankeschön für Euren Einsatz und Euer Engagement im politischen Alltag unserer Stadt!

Mit unserem Fraktionsvorsitzenden Michael Groß hat die Fraktion in vielen Konferenzen sowohl die Ausschusssitzungen als auch die Ratssitzungen vorbereitet und das politische Tagesgeschäft besprochen. Es ist in 2006 gelungen, dass in einigen Sachfragen durch die Kontaktaufnahme zu den übrigen Fraktionen mehrheitsfähige Entscheidungen unter Federführung der SPD zustande gekommen sind. Auch die hohe Zahl an sachkundigen Bürgern zeigt, dass das politische Engagement im Ehrenamt ungebrochen ist, aber nicht nur dort!

Statistisch betrachtet ist jeder dritte Marler über 14 Jahre ehrenamtlich aktiv. Sie pflegen ältere Menschen, kümmern sich um Kranke und Hilfsbedürftige, helfen in der Freiwilligen Feuerwehr oder in Sportvereinen, setzen sich für unsere Umwelt ein oder bereichern unser kulturelles Leben, sie fördern Projekte und beteiligen sich in Kirchengemeinden oder in der Nachbarschaft, sie sind Vorbilder für Hilfsbereitschaft und Verantwortung. Und sie tun all das in ihrer Freizeit.

Die Ehrenamtlichen sind für Marl so etwas wie ein verborgener Schatz der Mitmenschlichkeit. Sie bringen Präsenz vor Ort, direkt in der Gesellschaft, in unserer Stadt; weil sie mit aktuellen Themen aus eigener Anschauung konfrontiert sind; sie nehmen Probleme, Sorgen und Nöte in ihrem näheren Umfeld schneller wahr, werden aufmerksam dafür; sie bilden ein soziales Netz, ein soziales Umfeld, das entlastet und dem Gefühl entgegenwirkt, ganz alleine zu sein.

Aber genau diese beschriebenen Besonderheiten des Ehrenamtes waren es, die mich zur SPD geführt haben. Ich bin mir sicher, dass gerade in der aktuellen politischen Diskussion eine Rückbesinnung auf diese unseren besonderen und gemeinsamen Stärken Not tut.

Wir werden u. a. deshalb in diesem Jahr als Partei erstmalig einer Marlerin / einem Marler die Günther – Eckerland – Medaille verleihen, um außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement auszuzeichnen. Für die Entwicklung und Gestaltung dieser Idee danke ich besonders dem SPD Ortsverein Hamm herzlich.

Wir sind froh, dass unsere politischen Ansichten durch eine große Vielzahl von engagierten und ehrenamtlichen Vertreter/innen in Marl gestützt werden. Darauf dürfen wir alle zu Recht Stolz sein. Doch, auf diesem Erfolg können und wollen wir uns nicht ausruhen. Neue Herausforderungen lassen nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2007 müssen wir die Chance ergreifen, verstärkt über sozialdemokratische Inhalte der Kommunalpolitik mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt zu sprechen. Dies geschieht auch in dem Bewusstsein, dass nur die Marler SPD, die Partei, mit dem größten Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, mit klaren inhaltlichen und personellen Perspektiven die schwierigen kommunalpolitischen Herausforderungen in Zukunft erfolgreich bewältigen kann.

Wer heute die Situation im Rat der Stadt Marl beklagt, dass nicht friedvolle Zustände herrschen, sollte bedenken, was der Ursprung aller Spannungen in Marl ist. Nämlich, dass die Stadtspitze nicht sagt, was sie meint, und nicht tut, was sie sagt.

Die Sorgen für Menschen sind zu wichtig, um daraus politisches Kleingeld zu schlagen. Vor allem aber ist es an der Zeit, hier vom Reden zum Tun zu gelangen – und zwar in einer umfassenden Sicht – und da kommt nicht zuletzt unserer Partei in der konkreten Arbeit entscheidende Bedeutung zu.

Nicht gegen eine katastrophale Stadtführung argumentieren, sondern für unsere Alternative. Insofern ist das Jahr 2007 auch das Jahr der personalen Positionierung.

Gleichwohl wollen und müssen wir zudem mit einem offenen Parteitag baldmöglichst einen kommunalen Dialog darüber initiieren, welche Leistungen wir uns angesichts von nahezu 300 Millionen € Schulden in Marl erhalten wollen. Diese Entscheidungen kann nicht eine Partei allein tragen, schon gar nicht wenn sie einer Schar von kommunalpolitischen „Amokläufern“ gegenübersteht, die sich der Verantwortung für den Haushalt und somit für Marl verweigern. Deshalb möchten wir alles dafür tun, dass möglichst viele gesellschaftliche Gruppen, Vereine und Verbände in Marl mit uns um die besten Lösungen ringen. Dabei können wir nicht immer Applaus ernten, so sehr wir uns auch mühen!

Wir können dieser Situation nur geschlossen entgegentreten, aber vor allem durch eine sozialdemokratische Alternative, die den Menschen in unserer Stadt wieder Hoffnung gibt.

Ich wünsche allen Genossinnen und Genossen, allen Freunden und Sympathisanten der SPD, allen Menschen im Marl alles Gute für das Jahr 2007. Gute Gesundheit, persönliches Wohlergehen und Zufriedenheit sollen Wegbegleiter, in dem vor uns liegendem Jahr sein.

Ein herzliches Glückauf!

Euer Peter