Wie soll aus einem „Weniger“, ein „Mehr“ werden!?

Michael Groß MdB

Viele von uns haben eine Vorstellung davon, wie ein PKW aufgebaut werden müsste und aussehen sollte. Deshalb ist er noch lange nicht fahrtauglich und er wird er sich auch nicht als Verkaufsschlager entpuppen. Dafür muss man sich intensiver mit der Materie beschäftigt haben und unser Alltagswissen reicht dafür bei weitem nicht aus.

Marl braucht eine Zukunft. Die Aufgabenstellungen sind riesig. Der Haushalt muss saniert werden, es muss Antworten auf die Bevölkerungsentwicklung geben, der Wirtschaftsstandort und der Strukturwandel müssen gestaltet werden, Kinder und Jugendliche müssen auf ein Leben mit riskanten Chancen vorbereitet werden. Dazu benötigt eine Stadt engagierte Experten und Expertinnen, die Ideen entwickeln, Impulse setzen.

Diese Experten und Expertinnen sollen sich als Teamspieler für die Stadtentwicklung einsetzen und auch in der Lage sein, einen Pass in die Tiefe zu spielen, damit wir Marler Tore schießen und Spiele gewinnen. Die Bürgermeisterin alleine kann nicht das Tor sauber halten, das Mittelfeldspiel spielerisch gestalten und gleichzeitig die Tore schießen. Das hat sie die vergangenen 7 Jahre probiert und die Entwicklung ist bekannt. Der Schuldenstand ist höher, die Gestaltungsmöglichkeiten geringer und die Stadt steht unter besonderer Beobachtung der Aufsichtsbehörden.

Frau Heinrich war in den Zeiten, in denen sie mit Unterstützung der SPD auf eine verlässliche Mehrheit setzen konnte, nicht in der Lage, politischen Zielen den Weg zu ebnen und Beschlüsse handwerklich umzusetzen. Auch deshalb ist der letzte Entwurf zum Haushaltssicherungskonzept gescheitert. Übrigens: auch eine Bürgermeisterin kostet die Bürger und Bürgerinnen Geld und auch in diesem Zusammenhang muss man die Frage nach einem effektivem und effizientem Mittelverbrauch stellen.

Die Anzahl der Beigeordneten wurde in den vergangenen Jahren bereits von fünf auf drei Dezernenten reduziert. Die Situation für die Stadt hat sich nicht verbessert. Immer mehr desselben führt also nicht zum Ziel. Es steht für die SPD außer Frage, dass wir die Kreativität, Ideen und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen, um die anstehenden Herausforderungen, Aufgaben und Probleme wirtschaftlich und mit hoher Qualität bearbeiten zu können. Über tausend Arbeiter, Angestellte und Beamte müssen in ihren Fachbereichen mit höchster Eigenverantwortung nach den besten Lösungen suchen und ihre Leistungen für die Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt bereitstellen. Das operative Geschäft bedarf dazu allerhöchster Aufmerksamkeit. Die SPD hat deshalb den Vorschlag gemacht, über den Tellerrand zu schauen. In Herten existiert ein aus unserer Sicht nachahmenswertes Verwaltungsmodell mit drei Beigeordneten und fünf Fachbereichen. Diese Vorstellungen werden wir weiter verfolgen, denn wir sind der Überzeugung, dass wir guten Ideen entgegengehen müssen, anstatt ihnen ständig hinterherzulaufen. Für die Zukunft unserer Stadt.