Stellungnahme zur Neubesetzung der Kreisdirektor-Stelle

Michael Groß MdB

Zu der Entscheidung des Kreistages die Stelle des Kreisdirektors erneut zu besetzen, nimmt der Vorsitzende der SPD-Fraktion Michael Groß wie folgt Stellung:

Aus der Sicht der Stadt Marl ist die in der politischen Argumentation von CDU/Grüne/FDP im Kreistag getragene Entscheidung, die frei gewordene Stelle des Kreisdirektors wieder zu besetzen, sehr enttäuschend. Hier hat sich die Chance geboten, auf der Führungsebene Personalkosten einzusparen.

Dass diese Möglichkeit nicht realisiert wurde, ist sehr zu bedauern, da sich in den letzten Jahren u.a. beim Schulneubau gezeigt hat, wie überflüssig diese teure Stelle war. Der bei einer Entscheidung gegen die Wiederbesetzung einzusparende Betrag von 700.000 Euro in den nächsten Jahren hätte zu einer Stabilisierung der Kreisumlage beitragen und einer weitere Belastung der Stadt Marl durch eine erhöhte Kreisumlage verhindern helfen können. Immerhin haben drei Kreise in NRW auf die Besetzung einer solchen Stelle verzichtet. Warum also nicht der Kreis Recklinghausen. Die Antwort hat der Vorsitzende der CDU – Kreistagsfraktion Lothar Hegemann in einer Sitzung des Kreisausschusses gegeben. Er will den von den Bürgern direkt gewählten Landrat politisch kontrollieren. Einen politisch gelenkten Aufpasser innerhalb der Verwaltung sieht das Gesetz aber nicht vor.

Die Kontrollaufgaben hat der Kreistag zu übernehmen und kein dem Landrat unterstellter Kreisdirektor. Die Verwaltung soll Sacharbeit für die Bürger leisten. Eine der wenigen Möglichkeiten einen Sparbeitrag zu leisten wurde von der „Jamaika-Koalition“ im Kreistag nicht ergriffen. Man kann nur hoffen, dass sie nicht zum politischen Alltag wird.