Bergehalde ist nicht nur Symbol für Arbeitsplätze

„Nun fehlt uns hier nur noch die Almhütte“, kommentierten manche der Teilnehmer/innen die Ankunft am höchsten Punkt der geführten Wanderung auf der Bergehalde Brinkfortsheide. Schließlich erreicht die zugelassene Haldenhöhe 130 m über NN oder eben 80 m über Flurniveau.

Ausgerüstet mit festem Schuhwerk und bei idealem "Exkursionswetter", teils bewölkt, aber trocken, besuchte die Marler SPD–Fraktion mit Gästen die Bergehalde Brinkfortsheide des Bergwerks Auguste Victoria/Blumenthal. „Viele Halden erreichen zum Teil beachtliche Höhen“, weiß Reviersteiger Manfred Polfuß zu berichten, als auf einem kleinen Plateau die Wanderer ein beeindruckender Ausblick über die Region, aber auch auf die noch sich entwickelnden weiteren Aufschüttungen überraschte.

Nicht ohne Stolz wiesen der Bereichsleiter Lutz Schurat sowie der Reviersteiger Polfuß darauf hin, dass Halden heute als Landschaftsbaukörper gelten. Während früher die zutage geförderten Erdmassen einfach zu spitzen Türmchen aufgeschichtet und leb- und lieblos in Landschaft gesetzt wurden, würde heute darauf Wert gelegt, alle Veränderungen in das Bild der Landschaft einzupassen, die Bergehalden zu bepflanzen und später einmal der Bevölkerung zu öffnen. Doch die Brinkfortheide ist dabei eher noch in der Blüte ihrer Nutzungszeit. Der Aufhaldungsbeginn ist zwar schon mit 1952 angegeben, wird aber voraussichtlich noch bis 2016 erfolgen.

„Bergbau und Umweltschutz – das mag für manche auf den ersten Blick nicht passen“, betont der SPD Fraktionsvorsitzende Michael Groß, „doch würden die Kritiker hier die Flora wahrnehmen, könnten sie nur staunen!“ Tatsächlich finden sich auf der Halde Bäume und Gehölze sehr verschiedener Art wie Eichen, Ahorn, Kirsche, Kastanie, Esche, Weiden wie auch Holunder, Haselnuss, Sanddorn, Himbeere und vieles mehr.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Lothar Zimmermann, betonte, dass auch die natürliche Ansieldung von Greifvögeln und Rehwild ihn überrascht. „Die wachsende Bergehalde ist nicht nur Symbol für eine große Anzahl von Arbeitsplätzen in Marl“, so Zimmermann, „sondern auch Lebensort für Tiere wie Bussard und Habicht.“

In den 80er Jahren wurden die Bergehaldenrichtlinien geändert. Sie legten fest, dass Bergehalden künftig als Landschaftsbauwerke anzulegen seien, die alle räumlich strukturellen, ökologischen, landschaftsgestalterischen und sicherheitstechnischen Anforderungen ganzheitlich berücksichtigen. Zu dieser dritten, vielleicht auch schon vierten Generation von Bergehalden gehört die Bergehalde Brinkfortsheide.

Im Anschluss an die Begehung der Bergehalde konnte sich die Wandergruppe der SPD-Fraktion auf Einladung der Kleingärtner „Brinkfortsheide“ bei Currywurst und Getränken wieder stärken.