SPD Marl fordert, die Sparkasse Vest zu verteidigen

„Die öffentlich-rechtlichen Sparkassen sind eine der drei Säulen im deutschen Bankenwesen, die insgesamt ein Höchstmaß an Wettbewerb ermöglichen, “ betont der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Werner Arndt. Damit reagiert die Marler SPD auf die Auseinandersetzung über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sparkassen und den Paragrafen 40 des Kreditwesengesetzes. Im Zusammenspiel mit den Privatbanken will die EU-Kommission die Bundesregierung zwingen, den Sparkassen in Deutschland ihren öffentlich-rechtlichen Charakter zu nehmen und sie für den Verkauf an Private freizugeben. Hiervon wäre somit auch die heimische Sparkasse Vest betroffen.

Die Sparkasse Vest würde gerade durch ihre Eigentümerstruktur der kommunalen und regionalen Entwicklung besonders verpflichtet sein. Und nach Auffassung der Genossinnen und Genossen sind sie in Deutschland mit Abstand die eigentlichen örtlichen Mittelstandsbanken, ohne die die Versorgung der kleinen und mittleren Unternehmen mit Krediten und anderen Finanzdienstleistungen sehr schnell gefährdet wäre.

Die SPD-Marl wirbt nun bei diesem Bundes- und Europathema um Unterstützung in den eigenen Reihen, um die öffentlich-rechtliche Sparkasse Vest vor Ort vehement zu verteidigen. „Hier gilt es sich mit vereinten Kräften dagegenzustemmen“, betont der SPD Stadtverbandsvorsitzende Peter Wenzel, „und vor allem sind zudem die Bedrohung der rund 1400 Sparkassenarbeitsplätze zu beachten.“

Im Jahr 2005 wären rund insgesamt 1396 Mitarbeiter (978 Vollzeitkräfte, 346 Teilzeit- und Ultimokräfte, 72 Azubis) in den Geschäftsstellen beschäftigt gewesen. Allein 12 Geschäftstellen zuzüglich SB–Stellen befinden sich in Marl. „Man muss kein Hellseher sein“, so Wenzel, “um die Auswirkungen einer möglichen Privatisierung vorauszusagen. „Die Bilanzsumme in 2005, genau 5.248.415.070,26 €“, so Arndt, „sind ein gewichtiges Argument.“

Die Verankerung der Sparkassen und deren Namensschutz im Kreditwesengesetz dürften nicht angetastet werden. Ebenso müssen der öffentlich-rechtlicher Charakter, die gemeinnützige Verwendung der Gewinne und die Eingrenzung des Geschäfts auf das Kreisgebiet zwingend erhalten bleiben.

Der Unterbezirksvorsitzende Andreas Krebs, der Landrat Jochen Welt und die Europaabgeordnete Jutta Haug werden von Marl aus gebeten, sich einzumischen!