Marl ist 70 Jahre alt: Würdigen oder feiern?

Soll man einen 70. Geburtstag feiern? Ein Jubiläum sei das jedenfalls nicht, meint die Bürgermeistern, nachdem der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Peter Wenzel kürzlich eine Geburtstagsfeier zum 70. der Stadt angeregt hatte.

Dorsten und Erkenschwick feierten nur alle 25 Jahre, Herten habe zum 70. eine Ausstellung zur Stadtgeschichte präsentiert, erläutert Uta Heinrich. Außerdem habe Marl kein Geld für ein attraktives Fest.

Ihr fehle Kreativität und Leidenschaft, kontert Peter Wenzel. Es gehe gar nicht um ein großes Fest. Vielleicht um eine Zusammenkunft aller, die „durch ihre ehrenamtliche Arbeit den wesentlichen Dienst an unserem ,Marler Gemeinwesen‘ leisten, damit bei dem Treffen einfach nur jeder zu Wort kommt". „Unglücklicherweise" ziehe sie es vor, so Wenzel, in 25-Jahres-Schritten zu denken.

Auch so findet er einen Grund zum Feiern: Im September 1956 war Marl „sehr stolz", ein eigenes Jugendamt zu erhalten. „Folgt man Ihren Ausführungen, so dürfte ein Erinnerungstag hierfür auch Ihre Zustimmung finden." Um keine Ressourcen der Verwaltung zu vergeuden, verzichte er gerne auf eine Begründung, wenn dieses Jubiläum nicht begangen werden solle. „Sicher kann ein Ausschussvorsitzender auch ohne Ihre Zustimmung diese 50 Jahre würdigen", erklärt Peter Wenzel, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie ist.

Übrigens: Wie die Stadt Dorsten ihren 70. Geburtstag gefeiert hat, ist nicht bekannt. Das war nämlich schon im Jahr 1321!

ben