Mit weniger ein Mehr an Zukunftsfähigkeit

„Der Schulentwicklungsplan findet insgesamt und mehrheitlich die Zustimmung des Ausschusses, bei allem was verbesserungswürdig bleibt“, betont die Schul-, Bildungs-, und Kulturausschussvorsitzende Gabi Hawig über den mit einer breiten Mehrheit des Schul-, Bildungs- und Kulturausschusses am Donnerstag verabschiedeten neuen Schulentwicklungsplan. Dieser gefasste Beschluss sei die Voraussetzung dafür, dass die Schullandschaft in Marl bestandsfähig bleibt.

„Der Schulentwicklungsplan wird Marls Schullandschaft für die nächsten zehn Jahre prägen“, ist sich Hawig sicher. Die Fortschreibung mit den beschlossenen Maßnahmen seien inhaltlich nötig, um den Marler Schulen die Chance zu eröffnen, sich in ihrer derzeitigen Organisationsstruktur auf die künftigen Anforderungen neuer pädagogischer Konzepte, größtmöglicher Effizienz und veränderter Stadtstrukturen rechtzeitig vorzubereiten.
„Alle würden wir uns großzügig geplante Schulen und Klassenräume, in bester Ausstattung, wünschen,“ macht der SPD Fraktionsvorsitzende Michael Groß den Spagat zwischen Anspruch und finanzieller Machbarkeit deutlich, „doch wir müssen erst durch ein weniger an Schulraum ein mehr an Zukunftsfähigkeit erarbeiten!“

Mit dem dargelegten Zeitplan würde auch zur nächsten Anmelderunde für Schülerinnen und Schüler allen Eltern und Erziehungsberechtigten klar, welche Planungen für welche Schule in Marl bestehen.

Die überarbeiteten Eckdaten würden für die nächste mittelfristige Planungsphase an dieser Entwicklung ansetzen, um die vorhandene Schulstruktur weiter zu stabilisieren. „Eine solche Entwicklung wird jedoch nur möglich sein, wenn jetzt das Notwendige ge-tan wird, “ so Groß, „dass heißt, der beschlossene Schulentwicklungsplan umgesetzt wird und die Schulen in ihren Anliegen sehr ernst genommen werden."

"Wenn wir Engagement, Leistung und Lust auf Schule von Kollegien und Schülerschaft erwarten,“ betont Groß, „so müssen sich die Verantwortlichen um sie bemühen!“

„Wir sind uns dessen bewusst“, bedauert Hawig, „dass es bei den zusätzlichen Forderungen an die Ausstattung der Schulen, wenn überhaupt jemals geschehen, nicht um Luxus geht, sondern um dringende Voraussetzungen für guten Unterricht.“
Dennoch sei es faktisch so, dass die Stadt Marl nach dem vorgeschriebenen Raumprogramm des Landes einen sehr deutlichen Schulraumüberhang aufweist, der sich aufgrund des Geburtenrückganges noch verschärfen wird.

„Deshalb ist auch erreicht worden“, führt Hawig aus, „dass alle Mitwirkenden sich auf eine weitestgehende Schulraumausnutzung verpflichtet haben. Gleichzeitig bleiben die für die Entwicklungsperspektive der pädagogischen Arbeit der Schulen notwendigen Rahmenbedingen gesichert.“

„Der neue Schulentwicklungsplan gibt dabei wichtige Hinweise, wie eine stabile schulische Versorgung in den nächsten Jahren gewährleistet werden kann“, stimmen Hawig und Groß überein.

Durch die Zusammenführung der 2 Gemeinschaftshauptschulen wird diese Schulform trotz rückläufiger Anmeldezahlen stabilisiert und zusätzlich würde sich perspektivisch die Zusammenführung von Hauptschule und Realschule zu einer Verbundschule als eine bildungspolitisch nachhaltige Option anbieten.

Durch die Schaffung der Voraussetzungen für einen Ganztagsbetrieb an den Hauptschulen sowie Förderschulen und der Etablierung von Schulsozialarbeit an diesen Schulformen setzt der Schulentwicklungsplan darüber hinaus auch einen wichtigen pädagogischen Akzent. Auch an der Kooperation der beiden Oberstufen der Gesamtschulen wird – wenn auch an einem anderen Ort – festgehalten.

„Wir stehen zur Gesamtschule und wollen die Zügigkeit keinesfalls begrenzen,“ betont Groß entschlossen, „darüber hinaus wird Lothar Zimmermann als Ausschussvorsitzender des Immo/ZBH sicher alles dafür tun, dass die im neuen Maßnahmenkatalog versprochenen Sanierungen und investiven Maßnahmen realisiert werden.“