Göddenhenrich wirkt nicht zum Ruhme der CDU

„Weiterverfolgung dieser Idee auch aus volkswirtschaftlicher Sicht … nicht realisierbar, “ urteilt nun die Bahn AG in einem aktuellen Schreiben an den SPD Ortsverein Sinsen-Lenkerbeck über den von CDU Ratsmitglied Göddenhenrich „aufgebrühten“ Vorschlag den Bahnhof Marl-Sinsen zu verlegen. Die Bahn AG reagiert mit diesem Schreiben auf eine Anfrage des SPD Ortsvereines Sinsen-Lenkerbeck in Bezug auf die aktuelle Diskussion in Marl.

Besorgt meldete sich der SPD Ortsverein Sinsen – Lenkerbeck (wie von uns berichtet) zu Wort, da er fürchtete, dass durch wilden Aktionismus womöglich Gutes behindert, wo nicht, vielleicht Nachteiliges bewirkt wird. Schleunigst haben sich deshalb Schindler und Wenzel an Mehdorn gewandt, um Klarheit zu gewinnen, mit der Absicht die Bahnlösung im Interesse einer schnellen Realisierung zu unterstützen und eine Bürgerversammlung mit der Bahn hierzu einzuberufen.

„Die Verlegung des Bahnhofes, um u. a. das Problem eines Familien- und Behindertengerechten Zugangs zu ermöglichen“, so der stellvertretende SPD Ortsvereinsvorsitzende Lutz Schindler, „war für manchen Bahnfreund auf den ersten Blick zunächst verlockend!“ „Doch alles, von dem sich der Mensch eine Vorstellung machen kann, “ stellt Peter Wenzel vom SPD Ortsverein Sinsen-Lenkerbeck klar, „muss nicht sinnvoll sein.“

Die Bahn AG zählt nun in dem Schreiben an den SPD Ortsverein eine Reihe von Gründen auf, warum dem Wunsch einer Verlegung nicht entsprochen werden kann. Nicht nur Betriebsführungsgründe, da ein hoch belasteter Streckenabschnitt gequert werden muss, sollen dagegen sprechen, sondern auch die Tatsache, dass der Güterzug- und Rangierverkehr verdrängt würde. Einer Verdrängung aber würde der Gesetzgeber mit dem § 14 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes entgegentreten. Des Weiteren hätte eine Verlegung einen immensen Kostenaufwand für Spurplan, Leit- und Sicherungstechnik und Oberleitung zur Folge. Diese Kosten würden „ein Vielfaches der Kosten für einen Personenaufzuges ausmachen.“

Aber allem voran müsste das Fahrplanangebot offensichtlich mit einer Einschränkung rechnen. „Wir glauben nicht, dass die Bahnkunden Herrn Göddenhenrich verzeihen würden, “ betonen Schindler und Wenzel mit einem Augenzwinkern, „wenn nach einer Verlegung des Bahnhofes, der Nahverkehrszug nur noch dreimal am Tag in Sinsen halten würde.“

„Fakt ist und bleibt“, erinnern Wenzel und Schindler, „dass die Bahn AG aus Sicherheitsgründen eine Brücke am Bahnhof erneuern muss. Im Zuge dessen hat sie zugesagt die Straßenunterführung zu erweiternden und den Aufgang behindertengerecht sowie geeignet für Familien zu gestalten.“ „Angesicht der eindeutigen Sachlage, “ so die Bahn, „halten wir eine Beteiligung unsererseits an der von Ihnen beabsichtigten Bürgerversammlung für nicht notwendig!“

Der SPD Ortsverein Sinsen-Lenkerbeck wird nun dem Fraktionsvorsitzenden der Marler CDU das Schreiben der Bahn zuleiten, mit der Bitte „das CDU Ratsmitglied in Lenkerbeck, welches nicht gerade zum Ruhme der CDU in dieser Frage wirkt, auf die Zusammenhänge unter stärkerer Berücksichtigung der Realität“ hinzuweisen.