Entfernter Bolzplatz Königsberger Straße

In einem Brief wendet sich die Ratsfraktion der SPD an die Bürgermeisterin und stellt fest, dass der Bolzplatz Königsberger Straße ein gut genutzter Ort für Kinder und Jugendliche war. Diese gute Nutzung wurde ihm aufgrund von Nachbarn, die wissentlich und auf eigenen Wunsch näher an den Bolzplatz gebaut haben, als die ursprüngliche Planung der Stadtverwaltung Marl vorgesehen hatte, zum Verhängnis.

Eilfertig hat die Stadt Marl den Platz demontiert und umgepflügt, ohne neben den vorgenommenen Jugendhilfemaßnahmen auch ordnungspolitische Maßnahmen folgen zu lassen. Über das Aufstellen eines Verbotschildes hinaus sind keine Platzverweise in Bezug auf die sich widerrechtlich aufhaltenden jungen Heranwachsenden erfolgt.

Als beispiellos wird die Durchführung eines Lärmgutachtens betrachtet. Denn auf Kosten der Stadt werden Lärmwerte von Jugendlichen gemessen. Dabei ist herauszuheben, dass diese Jugendlichen zusätzlich noch von Jugendamt bestellt zur Verfügung gestellt wurden. Der Gutachter weist ausdrücklich daraufhin, dass die Lärmwerte von Kindern nicht erzeugt würden.

Mittlerweile ist seit vielen Wochen der Bolzplatz Königsberger Straße in einem bewusst unbrauchbaren Zustand. Diese Situation birgt skandalös zweierlei Gefahren:

1. Die ungesicherte Fläche ist ohne Unfallgefahr gerade von Kindern nicht zu begehen.
2. Durch das Entfernen der Einzäunung zeigt sich eine dahinter liegende Wand aus Bahnschwellen. Die mit Teeröl getränkten und mit Pestiziden kontaminierten Hölzer gelten als Krebs erregend.

Die unterschiedliche Bewertung der Stadt in Bezug auf die Lärm-Immission und der offensichtlich weitaus gefährlicheren Schadstoff-Immission ist für erscheint nicht plausibel.

Die Vertreter der Ratsfraktion fordern aus den beschriebenen Gründen:

1. Die umgepflügte Gefahrenstelle ist Freiraum für Kinder bis 14 Jahren und umgehend in einen vorläufig bespielbaren Zustand zu versetzen.
2. Es sind sofort Verhandlungen mit den befürwortenden und ablehnenden Anwohner/innen zu führen, mit dem Ziel eines größtmöglichen Konsenses, unter Zuhilfenahme der Spielplatzkommission des Ausschusses Kinder, Jugend und Familie.
3. Ein weiterer unabhängiger Gutachter ist zur Überprüfung hinzuzuziehen, der bewertet, ob die erfolgte Lärmmessung auch dann noch aussagekräftig ist, wenn eben die Begrenzung der Nutzer auf unter 14 Jahre sichergestellt wird.
4. Sollte die von uns angeführte Schadstoffimmission tatsächlich vorhanden sein, ist sie umgehend im Interesse der Kinder zu beseitigen.

Abschließend wird gebeten, diese Forderung als Ergänzung zur Forderung an die Bürgermeisterin, möglichst bald eine „Bolzplatzkonferenz“ einberufen zu lassen, zu verstehen.