Marktplatz bleibt Sinsenern wichtig

„Was wird aus unserem Markplatz Sinsen und dem Einzelhandel in Obersinsen?“ frag-ten sich die mehr als 100 Teilnehmer/innen einer Bürgerversammlung im evangelischen Gemeindezentrum der Kreuzkirche, zu der der SPD Ortsverein Sinsen-Lenkerbeck eingeladen hatte.

„Mit dieser großen Beteiligung haben wir nicht gerechnet, “ zeigte sich der SPD Ortsvereinsvorsitzende Peter Wenzel sichtlich überrascht und freute sich über den Wunsch der Bürger/innen mitwirken zu wollen.“ „Schließlich geht es uns alle in Sinsen an“, ergänzt Doris Schindler, „wie es weitergeht!“ Anliegen der Veranstaltung war es auch, dass Vertreter der Stadtverwaltung Marl die Geschichte der Entwicklung sowie die Hintergründe darstellen. Der Baudezernent der Stadtverwaltung Marl, Gerd Rath, referierte die Entstehungsgeschichte und die Absich-ten aus dem letzten Jahr, neue Parkplätze auf dem Marktplatz entstehen zu lassen.
Ebenso erläuterte Dr. Gehrke als Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung Marl seine bisher vergeblichen Bemühungen, Einzelhändler zu gewinnen: „Der einzige noch verbliebene Interessent diskutiert erst weiter, wenn mehr Parkplätze an diesem Standort geschaffen werden.“

„Hier stoßen zwei Probleme aufeinander, denn der Wunsch nach einem ruhigen Platz und sicherem Schulkind- und Kindergartenweg“ so der stellvertretende SPD – Ortsvereinsvorsitzender Lutz Schindler, „steht dem Parkplatzwunsch eines möglichen neuen Betreibers gegenüber!“

Während der von der katholischen Pastoralreferentin der Pfarrgemeinde Liebfrauen, Monika Stammen, und Peter Wenzel moderierten Diskussion wurden viele neue Ideen und Vorschläge zur Lösung des Problems benannt. Aber es gab auch kräftigen Applaus für den Baudezernenten Gerd Rath, der sich für den Erhalt des neuen Marktes stark gemacht hat und dem Sinsener Obst- und Gemüse Händler Rolf Borchert, der durch seinen Mut, einfach anzufangen den Markt überhaupt erst ins Leben gerufen hat.

„Der Marktplatz ist ein Begegnungsraum, der nicht verloren gehen darf“, mahnt die Pfarrerin Bärbel Baucks und bedauerte, dass die vielen Menschen, die bisher und auch weiterhin auf das Auto verzichten, nicht ausreichend gewürdigt werden. Insofern wurde auch eifrig während der Bürgerversammlung diskutiert, ob und wo alternative Flächen für zusätzlichen Parkraum zur Verfügung stehen könnten. Sichtlich begeistert waren Rath und Dr. Gehrke über das starke Interesse und die vielen formulierten Ideen der Sinsener/innen. „Hier spürt man schon ein besonderes Klima des Problemlösungswillens und des Zusammenhaltes.“

Ein Sinsener brachte es auf den Punkt: „Wir benötigen hier keinen riesigen Laden, sondern eine Möglichkeit, Waren für den täglichen Gebrauch zu erwerben.“ Unstreitig war der dringende Bedarf insbesondere für Menschen, die nicht so „automobil“ sind. Der Wochenmarkt ist nach Ansicht vieler bereits eine große Hilfe.
Für die überwiegende Mehrheit waren deshalb Parkplätze auch kein Thema und so klang es aus vielen Wortbeiträgen heraus: „der Markplatz muss erhalten bleiben!“ „Selbst vormittags am Heiligabend oder Sylvester, “ so ein Teilnehmer, „ gab es hier keine Parkraumnot.“