Keine Umbenennung der Grubenausbauwerkstatt

Wie aus der Tagespresse zu erfahren war, soll die traditionsreiche Grubenausbauwerkstatt des Bergwerks AV in Hüls umbenannt werden. Die vom jetzigen Pächter Hubert Schulte-Kemper gemietete, umfunktionierte Halle, soll nach einem Vorschlag der örtlichen CDU in „Yehudi-Menuhin-Forum“ umbenannt werden. Dieser Vorschlag schlägt bei der SPD Hüls auf heftige Kritik.

„Wir haben großen Respekt vor den Verdiensten von Yehudi Menuhin, möchten jedoch daran erinnern, dass es bereits ein Menuhin-Haus in Marl gibt. Im Fall der Grubenausbauwerkstatt jedoch, fordern wir die Beibehaltung des historischen Namens“, so Ortsvereinsvorsitzender Thorsten Schwärtzke in einer ersten Reaktion.

„Das Bergwerk AV hat vor über hundert Jahren seine ersten beiden Schächte in Hüls abgeteuft. Gerade der Stadtteil Hüls hat erheblich dazu beigetragen, dass aus Marl die Stadt geworden ist, die sie heute darstellt. Die damit für die Grubenausbauwerkstatt gegebene Verbundenheit zur Steinkohle und der Straße die zu dieser hinführt, mit Namen „Am alten Pütt“, stellt sich für uns eine nahe liegende Frage, ob diese neue Namensgebung berechtigt ist“, so Schwärtzke weiter.
„Merkwürdig ist auch, dass gerade das IGBCE-Mitglied Schulte-Kemper, diesen Vorschlag äußert. Der selbsternannte „Freund“ der Steinkohle scheint bereits mit dem Thema Steinkohlenbergbau abgeschlossen zu haben. Die Bodenständigkeit Schulte-Kempers zu diesem Thema beginnt sich langsam in Luft aufzulösen“, äußert sich der Hülser SPD-Ortsvereinsvorsitzende kritisch.
„Auch finden wir die Haltung der CDU Hüls, allen voran der Vorsitzenden Timmermann-Fechter, sehr interessant. Gerade mit der von Ihr veranstalteten „Pütt-Party“ soll doch immer die Tradition und Verbundenheit zur Steinkohle demonstriert werden. Die von der CDU Hüls mitgetragene Umbenennung zeigt auch, dass diese anscheinend mit dem „einfachen Volk“ nichts mehr zu tun haben wollen. Wir befürchten, dass die Grubenausbauwerkstatt mehr für Veranstaltungen der gehobeneren Gesellschaft genutzt werden soll. Wo früher einmal Schweiß geflossen ist, sollten jetzt nicht gerade die Herrschaften feiern, die immer noch dafür sorgen, dass dort und vielleicht auch bald woanders, kein Schweiß mehr fließen darf“, ärgert sich Schwärtzke.

„Des Weiteren ist es auch zu prüfen, inwieweit die AV Wohnbau GmbH in die Pläne der neuen Namensgebung mit eingebunden und informiert worden ist. Die Haltung der SPD Hüls ist allerdings klar: Wir müssen bewährtes, schon gar historisches bewahren. Und dazu zählt auch der Name „Grubenausbauwerkstatt“. Die Hülser SPD wird bei diesem Thema nicht umkippen, so wie andere politische Organisationen in Hüls, sondern die Geschichte der AV für die Nachwelt erhalten“, so Thorsten Schwärtzke in einem abschließenden Statement.