Ministerium zeigt sich für den 1000 jährigen Ringwall förderbereit

„Den Begriff Volksburg höre ich im Zusammenhang mit dem Ringwall in Sinsen nicht so gerne“, erläuterte Dr. Christoph Grünewald, Referatsleiter im Westfälischen Museum für Archäologie in Münster bei einer Ortsbegehung in „der Burg“. „Wir müssen davon ausgehen, dass hier eine Adelsfamilie gelebt hat! Vor allem erst kürzlich angewandte neue Methoden der Zeitbestimmung anhand von Scherben – Fundstücken geben neuen Aufschluss über das Alter der äußeren Anlage, nämlich 900 n. Chr. Von dem älteren Kern wissen wir fast nichts.“

Möglich gemacht hatte diese archäologisch hochkarätige Begehung der SPD Landtagsabgeordnete Dr. Bernhard Kasperek, dessen Einladung Professor Dr. Horn vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport gefolgt war, sich einmal von dem historischen Gelände mit den Ausmaßen von 14 Hektar in Sinsen inspirieren zu lassen. Und Dr. Kasperek musste nicht lange auf den positiven Effekt warten, denn der anerkannte Fachmann Professor Horn zeigte sich schon nach kurzer Zeit begeistert über den Zustand der Anlage: „dieser Ringwall ist landesweit schon etwas ganz Besonderes!“

Peter Wenzel, SPD Ortsvereinsvorsitzender Sinsen – Lenkerbeck, und Doris Schindler, die seit geraumer Zeit den Ringwall stärker in das Bewusstsein der Marler bringen möchten, hörten dies natürlich gern. Unterstützung finden die Sinsener Sozialdemokraten beim SPD – Stadtverbandsvorsitzenden Michael Groß und Bürgermeisterkandidaten Jens Vogel, dem es ein Anliegen ist, „vor allem Schülerinnen und Schülern die heimische Geschichte stärker erlebbar zu machen.“ Insofern wird auch bedauert, dass die vom Ministerium eingeladene Stadtverwaltung Marl aufgrund von Terminüberschneidungen der Begehung fernblieb.

Jens Vogel wünscht sich für die Marler Grundschulen Arbeitsunterlagen und Unterrichtsvorlagen, denn „ansonsten werden wohl die meisten Kinder in Marl groß, ohne vom Ringwall je gehört zu haben.“ Als sehr erfreulich bewertet Dr. Kasperek die Planungen von Herrn Dr. Grünewald, eine Sonderbroschüre extra nur für den „Sinsener Ringwall“ herauszugeben.
„Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, “ also keine Gefahr für den Naturschutz und den Bestand des Ringwalls droht, „so bin ich förderbereit!“
Michael Groß, der Prof. Dr. Horn ausdrücklich für seine Zusage dankte, beabsichtigt jetzt kurzfristig gemeinsam mit Jens Vogel und Peter Wenzel zu einer großen Runde der Beteiligten einzuladen. „Vertreten sein müssen örtliche Fachleute, der Naturschutz, der Kommunal Verband Ruhr, die öffentlichen Behörden.“
Für Doris Schindler gehört in den zu erarbeitenden Maßnahmeplan, „die naturnahe Instandsetzung des Wegesystems, die Erstellung von Schautafeln und die Aufbereitung von didaktischen Materialen.“
„Ich werde mich darum kümmern“, so Bürgermeisterkandidat Jens Vogel, „dass die Stadt unsere Bemühungen im Interesse der Sache sowie den Ringwall nicht ignoriert.“