Vier Monate für ein vereinfachtes Verfahren

„Es reicht“. Horst Naroska, Eigentümer eines KFZ – Betriebes im Gewerbegebiet Lenkerbeck, ist stocksauer auf das Bauordnungsamt. „Ich erwarte, dass ich endlich meine schriftliche Baugenehmigung bekomme! Ich bin allen meinen Verpflichtungen nachgekommen. Außer Kosten von 10.000 € habe ich bis jetzt nichts davon.“

Auf seinem Betriebsgelände hatte jetzt Naroska den SPD Ortsverein Sinsen – Lenkerbeck sowie den Bürgermeisterkandidaten der SPD, Jens Vogel, zu Gast und nutzte die Gelegenheit seine Lage zu erläutern: Es geht um die Aufstellung und Nutzung eines einfachen Bürocontainers auf dem Betriebsgelände, „nicht mal gemauert“. Horst Naroska hat seinen Betrieb erweitern, zwei Arbeitskräfte sind bereits auf dem Firmengelände integriert: „Nach Fertigstellung der Container will ich eine Bürokraft einstellen.“ Vor Ostern habe er bereits den Bauantrag nach dem „vereinfachten Verfahren“ gestellt, 5 Wochen habe die Eingangsbestätigung gebraucht, bis heute, fast vier Monate später, liegt immer noch kein schriftlicher Bescheid vor. Inzwischen hat er den Container noch ungenutzt auf seinem Betriebsgelände abgestellt.

„Ich höre immer von angeblichen Erfolgen der Wirtschaftsförderung“, wundert sich Horst Naroska, „doch vor Ort erlebe ich als Unternehmer die Wirtschaftsförderung als ein Desaster!“ Dabei sei das Beratungsgespräch mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Dr. Gehrke gut gewesen – mit dem Bauordnungsamt dagegen habe er seit der Umsiedlung seines Betriebes vor vier Jahren nach Marl nur ärgerliche Erfahrungen gemacht. „Das Bauamt ist doch Dienstleister für uns – nicht umgekehrt!“

„Das Bauordnungsamt“, ärgert sich die stellvertretende SPD – Stadtverbands-vorsitzende Doris Schindler, „darf doch kein Wirtschaftsbehinderungsamt sein und den eigentlichen Wirtschaftsförderer der Stadt zum Grüßgott-Onkel degradieren!“

„Ich kümmere mich darum“, verspricht Jens Vogel kopfschüttelnd. "Ich werde bei der Bürgermeisterin Service-Haltung für heimische Unternehmen einfordern. Es ist Sache von Frau Heinrich für die notwendigen Voraussetzungen und die Service-Bereitschaft der Ämter Sorge zu tragen.“

„Was ich mich frage“, so der SPD – Ortsvereinsvorsitzende von Sinsen/Lenkerbeck, Peter Wenzel, „ist, ob das wirklich nur der berühmte Ausnahmefall ist. Oder gibt es Branchen die von der Stadtverwaltung nicht geschätzt werden?“ Unter der Telefonnummer bittet der SPD Ortsverein Sinsen-Lenkerbeck um Information – Tel. 84080!