Betreuungsangebote für Kinder massiv ausbauen

Michael Groß MdB

Die SPD in Marl fordert, in eine Zukunft mit Kindern in der Stadt zu investieren. Nach Vorstellungen der Sozialdemokraten sollen die Betreuungsangebote für Kinder massiv ausgebaut werden.

In einer Zeit mit großen Chancen aber auch unkalkulierbaren Risiken für Familien und Kinder müssen alle verfügbaren Kräfte für die Bildung und Förderung gebündelt werden, stellt der Bürgermeisterkandidat Jens Vogel fest. Die vorliegenden Studien kommen zu dem Ergebnis, dass fehlende Kapazitäten und Förderung in der Vorschulzeit und in der Grundschulzeit Nachteile für unsere Kinder erzeugen. Das wirkt sich insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien aus.

Die Region steht nach den Ergebnissen der regionalen Bildungsstudie der Projekt-Ruhr GmbH an letzter Stelle, was den Zugang zu den Bildungsangeboten bei den Jugendlichen aus sozial schwachen Familien und Migrantenkindern anbelangt. Die Iglu-Studie stellt fest, der Bildungserfolg sei weiterhin stark an die sozio-ökonomischen Bedingungen der Eltern gekoppelt. Auch die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur kritisiert die fehlende Chancengleichheit unter Jugendlichen. Da in Deutschland die Halbtagsschule dominiere, könnten soziale Problemfälle und elterliche Defizite bei der Erziehung kaum aufgefangen werden. Die Kinder und Jugendlichen im nördlichen Ruhrgebiet sind zunehmend die Verlierer dieser Zeit.

Nach einer Untersuchung des Gelsenkirchener Instituts Arbeit und Technik würden gerne die Hälfte der befragten Frauen mit Kindern unter drei Jahren einen Krippenplatz nutzen. Ebenso gefragt ist die Schulkinderbetreuung. Neben dem Berufswunsch der Frauen ist insbesondere auch die finanzielle Situation der Familien ein Grund für die Berufstätigkeit der Mütter, um unter anderem die Inanspruchnahme von Sozialhilfe zu vermeiden.

Der SPD Vorsitzende Michael Groß setzt sich deshalb für einen umfassenden qualitativen und quantitativen Ausbau der Betreuungs- und Förderangebote ein. Ziel ist nicht nur die Chancengleichheit am Start sondern auch die Gerechtigkeit im Ergebnis. Die SPD will in Marler Kinder investieren und sie „Fit für die Zukunft“ machen. Familien sollen Marl als lebenswert erleben.

Die SPD fordert den Ausbau der Krippen und Tagesplätze. Die notwendige Zahl an Betreuungsplätzen sollte sich durch die Berufstätigkeit der Eltern und den besonderen Förderungsbedarf der Kinder rechtfertigen. Das aktuelle Angebot insbesondere für Kinder unter drei Jahren von 2 % in Marl reicht bei weitem nicht aus. In den nächsten 5 Jahren ist eine Zielquote von 25 % anzustreben.

Die Schulausschussvorsitzende Ingrid Heinen unterstützt den konsequenten Ausbau der Ganztagsgrundschule in Marl. Ziel muss es ihrer Vorstellung nach sein, neben einer flächendeckenden Versorgung die Förderung der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Deshalb schlägt die SPD vor, die durch Gruppenschließungen in Tageseinrichtungen betroffenen Fachkräfte der Stadt Marl in der offenen Ganztagsgrundschule als zusätzliche Fachkräfte einzusetzen. Neben den bisherigen Betreuungskräften der freien Träger und der Stadt können sie die zielgerichtete Förderung durch zusätzliche Angebote sicherstellen. Wegen der demografischen Entwicklung und der aktuell geringen Geburtenzahlen muss ein Rückbau von Kindergartenplätzen und somit ein Abbau von Arbeitsplätzen in diesen Tageseinrichtungen eingeleitet werden.