Morgens Stadtteiltreff und nachmittags Kinder- und Jugendbüro!

In der Diskussion steht seit nunmehr zwei Jahren der Fortbestand des Gebäudes des Jugendtreffs Sinsen an der Schulstraße. Von der Stadt Marl wird dieses Gebäude bereits als veräußerbar angeboten. Die Mittel der Bewirtschaftung und des Personals stehen bisher nicht in Rede. Doch nach den neuesten Hiobsbotschaften zum Finanzhaushalt der Stadt droht auch hier, so ist es unter der Hand zu vernehmen, der Rotstift.

Nicht um diesen Prozess zu beschleunigen, sondern um den Erhalt der Kinder- und Jugendarbeit zu sichern, hat eine jugendpolitische Arbeitsgruppe des SPD Ortsvereines Sinsen-Lenkerbeck Überlegungen zu einem zukünftigen Ansatz für die Kinder- und Jugendarbeit in Sinsen erarbeitet.
“Wir wollten rechtzeitig eine neue Konzeption für Sinsen entwickeln, bevor der Rotstift zum Kahlschlag wird. Wichtig war uns dabei;“ so Peter Wenzel, “mit vielen Betroffenen zu sprechen und gerade mit denen, die die bisherigen Angebote nicht annehmen, aber gerade dringend benötigen!“ „Wir konnten dabei erkennen, “ so Doris Schindler, „dass mit einem Kinder- und Jugendbüro eine Verknüpfung der vielen Oasen abgesichert werden kann. Jugendliche gehen nicht mehr alle in ein und dasselbe Haus, sondern suchen sich unterschiedliche Aufenthaltsorte!“
Während der vielen Gespräche mit Verantwortlichen und ehrenamtlich engagierten Menschen wurde stets betont, wie wichtig und notwendig qualifizierte Angebote in Sinsen sind. Es wird seit Jahren eine progressive Verschärfung der Problemlagen deutlich. Die Stadt, und vor allem die Kirchen, stellen gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden in vielen Fällen mit ihren Angeboten eine gute Entlastung für zum Teil schwierige Lebenssituationen von jungen Menschen dar.
„Auch diejenigen Kinder und Jugendlichen, die dergleichen Probleme nicht aufweisen, haben es ebenso verdient, Aufmerksamkeit zu erhalten. Dabei bleibt es für uns wichtig,“ und Peter Wen-zel lässt dabei kein Missverständnis zum Einsatz für Kinder- und Jugendliche aufkommen, „um den Erhalt jeder Oase in Sinsen zu kämpfen!“

Hierbei wurde deutlich, dass ein zentrales Kinder- und Jugendbüro für Sinsen unbedingt vorhanden sein muss. Von hier aus können dann die vielen einzelnen Oasen der Kinder- und Jugendarbeit und räumlichen Kapazitäten, wie die der Schulen am Nachmittag, betreut und begleitet werden. Als geeignet erscheint hierfür ein noch freistehendes Ladenlokal am Marktplatz Sinsen.

„Das Ladenlokal an diesem Standort hätte einen zusätzlichen Vorteil“, so Doris Schindler, „ denn für den Vormittag ist in der Folge auch eine Nutzung für stadtteilrelevante Anliegen an diesem Ort zu realisieren – eben ein Stadtteilbüro! Insofern würde durch die zentrale Lage und die Doppelnutzung des Kinder- und Jugendbüros eine höhere Auslastung eines kommunalen Angebotes vor Ort möglich.
„Aber vor allem wäre sichergestellt, dass Kinder und Jugendliche immer eine verlässliche An-laufstelle für ihre Sorgen und Nöte hätten“, resümiert Doris Schindler.

„Diese Maßnahme verursacht,“ so Peter Wenzel, „vorausgesetzt die beabsichtigte Aufgabe des bisherigen Gebäudes Jugendtreff Sinsen – keine zusätzlichen Ausgaben, im Gegenteil, sie be-deutet eine Optimierung vorhandener Personalressourcen durch eine zentralere Verortung.“