SPD nominierte Vogel fürs Bürgermeisteramt

Es gab viel Beifall: Mehr als 160 SPD-Zuhörer
feierten Jens Vogel als ihren Bürgermeisterkandidaten. Die Sozialdemokraten legten sich gestern abend im Rathaus fest.

Wir haben eine lange Saison vor uns, wir müssen unsere Kräfte gut einteilten – warnte der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Michael Groß die überwiegend älteren Teilnehmer. Jetzt gehe
es darum, den "Mittelfeldspieler" aufzustellen, einen Teamarbeiter und Mallocher, der auch den richtigen Pass spielen kann, "damit wir ein Tor schießen": Jens Vogel.

Dieser forderte in einer programmatischen Rede Mut zu Veränderungen und "die Stadt für die Zukunft voranbringen". Mit der neuen CDU-Bürgermeisterin sei die Stadt nicht besser geworden, klagte er. Zu oft wolle sie mit dem Kopf durch die Wand. Vogel versprach, die Wirtschaftsförderung zu stärken und die Erneuerungskraft, die in den Schulen stecke, zu stärken. Man dürfe nicht tatenlos zusehen, wie Marl kleiner werde, Ordnungspartnerschaften müssen gestärkt werden, im Freizeitangebot müsse die Stadt
besser werden, im Rathaus sei ein Personalentwicklungplan nötig, Alternativen zur Durchführung bisher städtischer Aufgaben müssten bedacht werden, viele Traditionen seien nicht mehr weiterzuführen. "Ich bin sicher, wir schaffen es", zeigte sich Vogel angesichts der Aufgabenfülle zuversichtlich. Gratulation und Hilfe-Versprechen kamen aus den Zuhörer-Reihen von Jusos bis zu AG 60plus, bevor die Sprecher von sieben Arbeitskreisen (Sicherheit und Ordnung, Bildung und
Erziehung, Arbeit und Wirtschaft, Kultur, Verwaltung, Soziales, Sport und Freizeit) die ersten Ergebnisse der bisherigen Beratungen vortrugen.

"Wir wollen keine Weinkönigin wählen, wir wollen eine Bürgermeisterin", forderte Peter Wenzel unter dem Jubel seiner Zuhörer. Übrigens: Formal ganz korrekt war die gestrige Nominierung von Jens Vogel noch nicht. Das geht erst auf einem Parteitag im Januar, wenn die Delegierten auch ihre
Ratskandidaten aufstellen und das Programm verabschieden, das in den kommenden Monaten in den Arbeitskreisen diskutiert wird.

ben