Abriss des Goliath kein Tabu für SPD-Fraktion

Marl braucht eine familienfreundliche City. Deshalb gibt es in der Diskussion um den Goliath für die Marler SPD kein Denkverbot. Sämtliche Modelle von der Sanierung bis zum Abriss müssen bewertet werden. Dies ist das Ergebnis von Gesprächen der SPD-Fraktion mit Fachleuten aus der Woh-nungswirtschaft, der Stadtentwicklung und der neuma-Geschäftsführung.

Das Wohnen in Hochhäusern ist heute – anders als in den 70ger Jahren – bei vielen Mietern nicht mehr attraktiv. Besonders Familien mit Kindern bevorzugen kleinere, überschaubarere Wohnhäusern. Hinzu kommt der Rückgang der Bevölkerungszahlen, von dem auch Marl betroffen ist. Dies zwingt zum Handeln. Bestehende Hochhäuser müssen rückgebaut oder durch bessere Häuser ersetzt werden – nicht nur in der Stadt-Mitte.

„Will Marl besonders für Familien eine attraktive Stadt sein, dann müssen daraus auch die Konsequenzen in der Stadt-Mitte gezogen werden. Leben im 15. Stock – damit kann man heute keinen Wohnungssuchenden mehr begeistern.“ fasst der Fraktionsvorsitzende Jens Vogel die Überlegungen der SPD und des Arbeitskreises „Wohnen und Leben in Marl“ zu-sammen. Die SPD-Fraktion ist sicher, mit diesen Überlegungen die Unterstützung von den Mitarbeitern der Stadtentwicklung unter Leitung des Dezernenten Gerd Rath zu finden. Des-halb kann es nicht nur um den Goliath gehen. Für die Stadtmitte muss eine Zielvorstellung entwickelt werden, wie ohne Wohnformen wie Wohnen-Ost und Laubfrosch ein zukunftsge-rechtes und den Wünschen der Menschen gerecht werdendes Wohnen in der Stadtmitte aussehen soll.

Da der Abriss des Goliath gravierende Folgende für die neuma haben kann, muss die Dis-kussion nicht nur auf Parteitagen geführt werden. Vom Aufsichtsratsvorsitzenden Hubert Schulte-Kemper (CDU) fordert die Fraktion, unverzüglich den Aufsichtsrat einzuberufen um anstehende Entscheidungen vorbereiten zu können.