Junge Künstler beeindruckten die neue Schul-Ministerin

Junge Künstler und die Schulpolitik prägten am Sonntagvormittag den Neujahrsempfang der Marler SPD im Rathaus. Das war mit mehr als 600 Gästen überfüllt.

Noch nie war der Andrang auch nur annähernd so groß gewesen. Um der neuen NRW-Ministerin für Schule, Jugend und Kinder, Ute Schäfer, zu zeigen, was die Schulen alles leisten können, waren Ausstellungen aufgebaut worden und boten Arbeitsgemeinschaften Kostproben ihres Könnens in Musik und Tanz. Bei einem zweieinhalbstündigen Programm ging das Ende längst im Gesprächsgetümmel der Gäste unter.

Zunächst hatte der Stadtverbandsvorsitzende Michael Groß politische Gäste von Brüssel über Berlin, Düsseldorf bis hin zu Recklinghausen zu begrüßen. "Wir stehen ohne wenn und aber zur Kohle", betonte er. Marl müsse als Industriestandort weiter entwickelt werden, nur mit Chemie und Kohle habe man die Chance, die Zukunft zu packen. Außerdem gelte es aber auch, den Mittelstand zu fördern.

Groß forderte Kinderbetreuungsangebote und eine moderne Verwaltung, eine Stärkung der Stadtmitte und Reaktionen auf die Pisa-Studie sowie mehr ehrenamtliches Engagement in der Stadt.

NRW-Schulministerin Ute Schäfer stellte auf dem SPD-Neujahrsempfang Eckpunkte ihrer Politik vor.

"Nachteile abbauen, Gerechtigkeit aufbauen" hieße ihre Aufgabe. Man müsse die ersten Lebensjahre der Kinder besser nutzen, forderte sie. Sie kündigte eine Intensivierung der Sprachförderung (mit landesweit 1400 Kursen) an. Für den Übergang vom Kindergarten zur Schule solle ein "Schulfähigkeitsprofil" erarbeitet werden.

Die Schulkindergärten will sie auflösen, dafür sollen die Klassen 1 und 2 der Grundschule zusammengefasst werden, die in einem, zwei oder drei Jahren durchlaufen werden können.

Neue Ideen zur offenen Ganztagsschule trug sie vor und nannte die Rahmenbedingungen (Personalkostenzuschlag, zusätzliche Lehrerstellen). Aber die Städte würden auch an den Kosten beteiligt, die dann aber nicht als "freiwillige Leistungen" in den Haushalten der Städte auftauchen. ben